28 Prozent der Ausbildungsverträge im Jahr 2006 von Absolventen mit Hauptschulabschluss abgeschlossen

Im Jahr 2006 wurden in Baden-Württemberg 76 148 neue Ausbildungsverträge in anerkannten Ausbildungsberufen des dualen Ausbildungssystems abgeschlossen. Das sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes gut 4 Prozent oder 3 072 mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als 28 Prozent (21 678) dieser Verträge wurden von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss eingegangen, 35 Prozent (26 825) der Ausbildungsbeginner hatten einen Realschulabschluss oder einen anderen vergleichbaren Abschluss in der Tasche und 13 Prozent (9 984) verfügten über die Fachhochschul- oder Hochschulreife. Lediglich 1,5 Prozent (1 164) der Verträge wurden von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss unterzeichnet.

18.05.2007 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Bei 15 Prozent (11 466) der Neuabschlüsse wurde bei der Meldung im Rahmen der Berufsbildungsstatistik angegeben, dass die Auszubildenden zuvor eine Berufsfachschule besucht hatten, bei 2 Prozent (1 588) wurde der vorangehende Besuch des Berufsvorbereitungsjahres gemeldet. Bei den übrigen rund 5 Prozent (3 443) erfolgte die Meldung unter der Rubrik "Sonstige Abschlüsse". Es ist anzunehmen, dass auch von diesen Jugendlichen ein beträchtlicher Teil den Hauptschulabschluss als höchsten allgemeinbildenden Abschluss vorzuweisen hat.

Diese Ergebnisse teilt das Statistische Landesamt anlässlich des "Tags des Ausbildungsplatzes" am 21. Mai 2007 mit. An diesem Tag sprechen Vertreter der Bundesagentur für Arbeit gezielt Unternehmen an, um diese von der Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze zu überzeugen – eine Aktion, die von allen Partnern des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs unterstützt wird.

Ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen dürfte besonders Schulabsolventen mit Hauptschulabschluss die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz erleichtern. Im Jahr 2006 konnten sie die meisten Verträge in Berufen, die zur Gruppe "Verkaufspersonal" zählen, abschließen. Mehr als 2 600 Hauptschulabsolventen fanden hier einen Ausbildungsbetrieb. Weitere gut 1 500 waren im Bereich "Groß- und Einzelhandel" erfolgreich.

Die Gruppe der "Büroberufe und kaufmännischen Angestelllten" war im Jahr 2006 unter den Absolventen mit mittlerem Schulabschluss am beliebtesten. Fast 4 800 von ihnen fanden hier einen Ausbildungsplatz. Das gleiche trifft auch für die Absolventen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife zu. Mehr als 2 400 schlossen einen Ausbildungsvertrag in dieser Berufsgruppe ab.

Je nach Abschlussart gelingt es den Jugendlichen in den einzelnen Berufsgruppen in unterschiedlichem Ausmaß, einen Ausbildungsplatz zu erlangen. So weisen die Berufe in der Back-, Konditor-, Süßwarenherstellung mit über 70 Prozent den höchsten Anteil an Auszubildenden mit Hauptschulabschluss auf. Da hier aber insgesamt lediglich annähernd 1 400 Verträge abgeschlosen wurden, konnten nur knapp 1 000 Hauptschulabsolventen ihre Ausbildung zum Bäcker oder Konditor antreten. Der höchste Anteil an Jugendlichen mit mittlerem Schulabschluss ist bei den "Gesundheitsdienstberufen" zu finden. Hierzu zählen unter anderem die medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten. Etwa 60 Prozent der rund 3 700 Verträge, die im Jahr 2006 abgeschlossen wurden, wurden von Absolventen mit Realschulabschluss oder Fachschulreife unterschrieben. In der Gruppe der "Bank- und Versicherungsfachleute" stellten die Schulabsolventen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife beinahe die Hälfte aller knapp 2 700 Ausbildungsbeginner.


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