Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals in Arztpraxen: Land und Ärztekammer fördern Edmund-Christiani-Seminar
Die überbetriebliche Ausbildung und die berufliche Fort- und Weiterbildung des Medizinischen Fachpersonals in Schleswig-Holstein werden gestärkt: Wie Wirtschafts-Staatssekretärin Karin Wiedemann und die Hauptgeschäftsführerin der Ärztekammer, Dr. Cordelia Andreßen, heute (25. März) in Bad Segeberg mitteilten, investieren Land und Kammer in diesem Jahr zusammen knapp 450.000 Euro in die Modernisierung der Berufsbildungsstätte Edmund-Christiani-Seminar (ECS). Den Bewilligungsbescheid über rund 225.000 Euro überreichte Wiedemann an den Präsidenten der Ärztekammer, Dr. Franz-Joseph Bartmann.
25.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein"Arztpraxen sind auf qualifizierte Mitarbeiterinnen angewiesen. Dazu leisten wir mit der überbetrieblichen Ausbildung im ECS einen ganz wesentlichen Beitrag - neben der praktischen Ausbildung in den Praxen und der theoretischen Vermittlung von medizinischem und organisatorischem Wissen in den Berufsschulen", sagte Geschäftsführerin Andreßen. Neben der Ausbildung leiste das ECS auch einen wichtigen Beitrag zur Fort- und Weiterbildung des medizinischen Fachpersonals. So gebe es etwa Aufstiegsfortbildungen zur Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen und zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung oder Weiterbildungen zur Diabetesassistentin, zur Dokumentations- und Kodierassistentin und - jetzt gerade hochaktuell - im Rahmen des Projektes HELVER zum arztentlastenden Einsatz von Arzthelferinnen bei Hausbesuchen in ländlichen Gebieten . Zu der geförderten Modernisierung gehören energetische Baumaßnahmen wie Wärmedämmungen von Wand- und Dachflächen sowie der Austausch von Fenstern und Außentüren sowie die Erneuerung der Ausstattung der Schulungsräume. Die Förderung bedeute nach den Worten von Kammerpräsident Bartmann für die Ärzte und ihre Auszubildenden eine wichtige Entlastung. "Die niedergelassenen Ärzte leisten schon über ihren Kammerbeitrag ein hohes finanzielles Engagement für die Ausbildung. Außerdem zahlt jeder niedergelassene Arzt zusätzlich einen usbildungskostensockelbetrag, um den Betrieb des ECS zu ermöglichen", so Bartmann.
"Wir fördern die Berufsbildungsstätten im Land, weil wir unsere staatliche Aufgabe darin sehen, die Rahmenbedingungen für berufliche Aus- und Weiterbildung nachhaltig zu Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein stützen," erklärte Staatssekretärin Wiedemann bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids. Die Staatssekretärin würdigte den Einsatz der Ärzte und der Kammer zugunsten der Berufsbildung des medizinischen Fachpersonals. Sie mahnte, "persönliche und betriebliche Weiterbildung in Zeiten des demografischen Wandels und steigender Fachkräftebedarfe unabhängig von konjunkturellen Einflüssen als Zukunftsinvestition einzusetzen". Beschäftigte und Personalverantwortliche wies Wiedemann auf die staatlichen Förderungen hin: Noch nie habe es so gute Förderbedingungen der beruflichen Weiterbildung gegeben wie heute.
Rund 1.500 angehende Medizinische Fachangestellte aus Schleswig-Holstein kommen pro Jahr für einen einwöchigen Kurs in das ECS. In den 44 Unterrichtsstunden stehen Inhalte, die weder im Praxisalltag, noch in der Schule vermittelt werden können, auf dem Stundenplan. "Unsere Lehrarzthelferinnen bringen die Auszubildenden auf einen einheitlichen Wissensstand und gleichen dabei aus, dass etwa in Augenarztpraxen ein anderes Wissen vermittelt wird als bei einem Radiologen. Nach der Ausbildung sind die Teilnehmerinnen dann in allen Praxen einsetzbar - unabhängig davon, ob sie in einer allgemein- oder in einer spezialärztlichen Praxis ausgebildet wurden", berichtet Andreßen. Die 90 Fortbildungsveranstaltungen des ECS wurden im vergangenen Jahr von rund 2000 Teilnehmerinnen besucht. Ein vergleichbar breites Bildungsangebot wie am 1986 gegründeten ECS gibt es sonst nur in Hessen.
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