Bildungswege: Nicht immer gradlinig

Bildungsgänge müssen durchlässig sein. Darin sind sich die Experten einig, doch Durchlässigkeit gehört nicht zu den Stärken des deutschen Schulsystems. Und Qualifizierungen, die während der Schulzeit nicht erreicht werden, sind anschließend nicht einfach zu schaffen.

11.01.2006 Artikel

Besonders steinig ist der Weg vom Lehrling zum Studenten Denn noch immer ist die betriebliche Ausbildung stark vom Hochschulstudium abgegrenzt. Nur in Ausnahmefällen berechtigt eine Berufsausbildung zum Hochschulstudium. Das soll sich in Zukunft ändern. Bereits im November 2003 verständigten sich Kultusministerkonferenz, Hochschulrektorenkonferenz und Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam auf eine „verbesserte Anerkennung außerhalb der Hochschule erworbener Kenntnisse und Fähigkeiten“.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat jetzt anhand von Modellen aus der IT-Branche nachgewiesen, dass etwa ein Leistungspunktsystem in der Berufsausbildung die Durchlässigkeit zur akademischen Ausbildung befördern kann. Die Vorteile: Ein vergleichbares System der Vergabe von Leistungspunkten ist an den Hochschulen bereits Standard und die Vereinheitlichung der beruflichen und akademischen Ausbildung auf europäischer Ebene ist ohnehin geplant. Die Einführung eines hochschulkompatiblen Leistungspunktesystems in der beruflichen Bildung, so das Bundesinstitut, wäre also ein konkreter Schritt zur Anerkennung der Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung.

Während der gesamten didacta 2006 werden im Forum Ausbildung/Qualifikation, Hall 15, D23, Workshops und Diskussionen über aktuelle Entwicklungen der beruflichen Ausbildung angeboten.


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