Lernen auf der didacta

"Das Flipchart ist kein Auslaufmodell"

(red) In unserer Reihe Tipps vom Trainer wollten wir von der Kommunikationstrainerin Nina Gillitzer wissen, warum Flipcharts sich auch in Zeiten der Digitalisierung noch immer in der Weiterbildung behaupten.

21.02.2013 Artikel

Frau Gillitzer, sind Flipcharts angesichts all der digitalen Möglichkeiten, die wir unterdessen zum Präsentieren und Dokumentieren haben, nicht ein Auslaufmodell?

Nina Gillitzer: Nein. Das ist es nicht. Denn der Einsatz von Flipcharts erlaubt uns Trainern in der digitalisierten, durchgeplanten Welt die Visualisierung von spontanen inhaltlichen Ergänzungen. Wir haben damit im Training die Chance, auch kurzfristig auf die Teilnehmer einzugehen und sie miteinzubeziehen. Dazu kommt: Das eigene Flipchart hat immer auch eine persönliche Note. Deshalb sollten Trainer auch das Flipchart mit eigenen Bildern und eigenen Gestaltungen visualisieren.

Wann sollten Flipcharts eingesetzt werden?

Nina Gillitzer: Zur Begrüßung hat das Flipchart eine ganz besondere Funktion. Jeder Trainer kann malen. Und es ist einfach eine Wertschätzung der Teilnehmer, wenn sie mit einem eigens angefertigten Bild begrüßt werden. Im Vorfeld sollte sich der Trainer Gedanken machen, was er gern ausdrücken möchte. Und zum Üben eignet sich jede freie Papierfläche, egal ob Block, Zettelchen oder Zeitungsrand. Auch wenn später die Strichmännchen auf dem Flipchart nicht unbedingt der Norm entsprechen, wenn der Trainer dazu steht, dann haben sie eine wichtige Funktion.

Nämlich?

Nina Gillitzer: Mit kleinen Visualisierungen kann man eine optische Verdichtung von Inhalten erreichen und mit Symbolen kann man Verknüpfungen schaffen. Ganz banal: Ein Herz steht für Herzlichkeit oder ein Weg zeigt auf, welche Stationen an diesem Tag in dem Seminar "abgegangen" werden. So mache ich den Inhalt auch unmittelbar visuell erfahrbar. Das ist sehr effektiv, denn wir Menschen denken in Bildern. Auch die Teilnehmer sollten das Flipchart nutzen, für Zusammenfassungen etwa oder auch für spontane Ideen. Würde ich dagegen von vorneherein eine vorbereitete Datei am PC aufrufen und durchklicken, dann würden die Teilnehmer nur konsumieren.

Aber sind das nicht nur Momentaufnehmen, die ich - anders als etwa am interaktiven Whiteboard – gar nicht speichern und nachhaltig nutzen kann?

Nina Gillitzer: Keineswegs. Flipcharts kann man ja abfotografieren. Ich mache zum Beispiel gern Fotoprotokolle, die ich den Teilnehmern dann als PDF-Dokument zur Verfügung stelle.

Dazu auf der didacta

Aktionsbereich Training

Wettbewerb: Wer malt das schönste Flipchart?

An jedem Messetag findet von 10:00 - 10:30 Uhr die Aktion: "Wer malt das schönste Flipchart?" statt. Die Gewinner erhalten einen professionellen Moderationskoffer. Forum Wirtschaft und Weiterbildung Trainingspraxis

20.02.2013, 10:30 - 16:25 Uhr 10:30 - 11:20 Uhr: Schwarzer Gürtel für Trainer - Jürgen Schulze-Seeger, selbständiger Trainer und Human Ressource Berater

11.30 - 11.55 Uhr: Schnell und einfach Visualisieren mit dem Flipchart - Gert Schilling, Schilling Verlag

12.00 - 12.50 Uhr: Gib 8! - Acht Grundprinzipien für sinnvolles Lernen - Steffen Powoden, Leiter der METALOGacademy

13.00-13.55 Uhr: Wertetools im Training - Dipl.-Ing. Ralf Besser, Präsident des Forums Werteorientierung in der Weiterbildung e.V.

14.00-14.25 Uhr: Sachbuchautor werden- Konzeption, Verlagssuche, Manuskript - Ulrike Scheuermann, Sachbuchautorin, Psychologin und Rednerin

14.30 - 14.55 Uhr: Wirkungsvoll Präsentieren mit Laptop und Beamer - Gert Schilling, Schilling Verlag

15.00 - 15.55 Uhr: Schaffensfreude - Der Weg zu mehr Erfüllung im Beruf - Ulrike Scheuermann, Sachbuchautorin, Psychologin und Rednerin

16.00 - 16.25 Uhr: Zaubern für Trainer - Gert Schilling, Schilling Verlag Forum Unterrichtspraxis Rhetorik und Körpersprache vor der Klasse

20.02.2013, 14:00 - 15:00 Uhr

Lehrerinnen und Lehrer stehen täglich auf dem "Präsentierteller". Sie sind rhetorisch gefordert, denn Körpersprache und Stimme spielen im Unterricht eine heimliche Hauptrolle. Und für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und Schularten wird es immer wichtiger, ihre Arbeiten optisch und rhetorisch gut zu präsentieren. Der Vortrag bietet für das eigene Rhetoriktraining vier kurze Übungsblöcke:

  1. Körpersprache und Begrüßungsritual als Startsignal
  2. Aufmerksamkeitstraining durch Gestik
  3. Dramaturgie der Stimme
  4. Minutenübungen für den Präsentierteller

Ein Vortrag für Lehrerinnen, Lehrer und alle, die etwas zu sagen haben - mit und ohne PowerPoint.

Referent: Wolfgang Endres, Studienhaus St. Blasien, Referent in der Lehrerfortbildung, Koordinator des BeltzForums


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