DJHT: Ein Spielschiff für Osnabrück

Internationaler Arbeitsaustausch des Zentrums für Jugendberufshilfe. "Wir bauen zusammen mit jungen Menschen aus Holland ein Schiff, auf dem später Kinder in unserer Innenstadt spielen können", berichtet Otto Behrens, Leiter der Jugendwerkstatt im Zentrum für Jugendberufshilfe in Osnabrück. In der Woche nach Ostern sind drei Jugendliche mit ihren zwei Anleitern, Norbert Vosgröne und Cordula Nerger, aus der Jugendwerkstatt für zwei Tage zur holländischen Werft der Partnerstadt Haarlem gefahren. Dort lernten sie die 15 Teilnehmer des Schiffsbauprojektes "Scheepswerf Chinook" kennen, die bereits einen Teil des Schiffsrumpfes gebaut haben.

30.05.2004 Pressemeldung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)

"Die Anreise nach Haarlem war schon eine nervliche Herausforderung für uns", erzählt Norbert Vosgröne. "Zuerst stellten wir fest, dass der gemietete Anhänger nicht fahrtauglich war. Dann standen wir kurz nach Osnabrück im Stau und mussten noch eine Polizeikontrolle über uns ergehen lassen", berichtet er weiter. Als sie in der Partnerstadt ankamen, lernten sie gleich bei einem Rundgang die Werft kennen. Der Leiter des Schiffbauprojektes "Scheepswerf Chinook", Heinz Wutschke, ist Deutscher, er lebt aber schon seit einigen Jahren in Holland. "Deshalb gab es auch keine Verständigungsprobleme auf der Werft", sagt Cordula Nerger. Zusammen mit den holländischen Jugendlichen haben die Osnabrücker den Rumpf des Schiffes weiter bearbeitet. Die Jugendlichen mussten noch schweißen, schleifen und flexen, da der Rumpf aus Metall besteht.
Alexander Neiberger und seine zwei Kollegen aus der Jugendwerkstatt, Ramunas Rieger und Przemyslaw Czypionka, waren nicht nur von der Gastfreundschaftlichkeit der Niederländer beeindruckt, sondern auch von den Möglichkeiten, die das Schiffbauprojekt jungen Menschen bietet. Denn während die Osnabrücker in ihrer Jugendwerkstatt eine Berufsvorbereitung durchlaufen, werden auf der "Scheepswerf Chinook" 15 Haarlemer zu Schlossern und Tischlern ausgebildet. Zu diesem Projekt gehören noch zwei weitere Ausbildungsbereiche: Gastronomie und Baugewerbe. In zwei Restaurants werden Lehrstellen für zukünftige Köche und Servicepersonal angeboten. Die Lehrlinge im Baugewerbe, Zimmerleute und Maurer, haben bisher alte Häuser restauriert und vor zwei Jahren eine alte Windmühle.
Die Rückfahrt nach Deutschland, mit dem Schiffrumpf auf dem Anhänger, verlief wesentlich ruhiger als die Hinfahrt. Jetzt wird das Spielschiff von den Osnabrücker Jugendlichen in ihren Werkstätten weiter bearbeitet. Zuerst soll der sechs Meter lange und zwei Meter breite Schiffsbauch mit Holz eingekleidet werden. Damit das Spielboot auch in die richtige Richtung segelt, erhält es eine Brücke für den Steuermann. An dem Bau des Schiffes sind alle Bereiche der Jugendwerkstatt beteiligt. Die Jugendlichen aus der Metallwerkstatt schweißen und bohren das Grundgerüst für die Kapitänsbrücke, die dann anschließend von ihren Kollegen aus der Holzwerkstatt mit dem passenden Holzmaterial versehen wird. Die notwendigen Materialien und Werkzeuge organisieren die Jugendlichen, die im Lager arbeiten. Die richtige Farbe erhält das Boot von den Teilnehmern aus dem Arbeitsbereich Maler. Für den Transport und Aufbau des deutsch-holländischen Spielschiffes sind die Jugendlichen aus der Abteilung für Garten- und Landschaftsbau zuständig.
Die Teilnehmer des Schiffbauprojektes aus Holland unterstützen ihre deutschen Kollegen beim Bau des Spielschiffes. Sie kommen Anfang Juni nach Osnabrück. Während des 12. Deutschen Jugendhilfetages können alle Besucher/-innen der Jugendwerkstatt die bauliche Entwicklung des Spielschiffes verfolgen.

Seinen endgültigen Standort erhält das Spielschiff auf einem Kinderspielplatz in Osnabrück.

Dieser Internationale Arbeitsaustausch knüpft an ein erstes Arbeitstreffen im Jahre 2001 an. Damals besuchten sieben Jugendliche aus der Jugendwerkstatt die holländische Werft, für eine Woche arbeiteten sie dort gemeinsam mit den 15 Teilnehmern der "Scheepswerf Chinook". Sie reparierten und lackierten einen vom Sturm abgeknickten Schiffsmasten. Während ihres einwöchigen Aufenthaltes bauten die jungen Menschen auch einen Rumpf für ein Beiboot.

Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück; Jugendwerkstatt

Projekt "Scheepwerf Chinook", Haarlem


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