e-learning hinter Gittern

(bikl/idw) Die Informatiker der Universität Bremen arbeiten seit einigen Jahren an der Entwicklung von e-Learning-Programmen für die Aus- und Weiterbildung im Strafvollzug.

27.04.2006 Artikel

Die in der Universität entwickelten e-Learning-Systeme sind bereits in den Justizvollzugsanstalten im praktischen Einsatz, nicht nur in Bremen, sondern flächendeckend in weiteren sechs norddeutschen Bundesländern (Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin).

Auf Anregung des Landes Bremen haben die sieben norddeutschen Länder einen "Nordverbund" gegründet, in dem über Ländergrenzen hinweg Fragen der Aus- und Weiterbildung im Strafvollzug diskutiert und koordiniert werden. Lisa Lutzebäck, beim Bremer Justizsenator zuständig für den Strafvollzug: "Ohne die aus Mitteln des europäischen Sozialfonds geförderten e-Learning-Projekte hätten wir die länderübergreifende Kooperation kaum gestartet. Jetzt erweist sie sich auch auf anderen Feldern der Justiz als gewinnbringend."

Auch China hat Interesse

Die Kooperation reicht aber auch noch weiter. Inzwischen gilt das norddeutsche Projekt als Pilotprojekt in Europa. Die Bremer sind die Initiatoren einer Vielzahl europäischer e-Learning- und Reintegrationsprojekte, an denen Partner aus dem Justizbereich von Italien bis Norwegen und von Großbritannien bis Bulgarien beteiligt sind. Jürgen Hillmer vom Kriminologischen Dienst: "Selbst der Strafvollzug in China hat sich für unsere fortschrittlichen Ausbildungs- und Reintegrationsmethoden interessiert. Eine Delegation aus dem Justizbereich hat sich unsere Vollzugsmethoden und Ausbildungskonzepte hier in Bremen in der Praxis angesehen."

Das Spektrum an Ausbildungsberufen, Kurzzeitqualifizierungen und Weiterbildungsmaßnahmen, das heute durch e-Learning unterstützt werden kann, ist außerordentlich breit. Die Qualifizierung verbessert die Chancen für eine Reintegration der Strafgefangenen nach der Haftentlassung und schafft die Voraussetzung für die Aufnahme einer dauerhaften Arbeit. Studien zeigen, dass die Aus- und Weiterbildung im Strafvollzug die Vermittlungsfähigkeit ehemaliger Strafgefangener deutlich erhöht und damit die Rückfallquote senkt.


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