Europäische Gemeinschaftsinitiative EQUAL zieht Bilanz: Neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung am Arbeitsmarkt
Zwei Drittel der Arbeitgeber in Deutschland ziehen heute noch einen deutschen Bewerber gegenüber einem ausländischen vor. Diskriminierung bleibt in Deutschland wie in Europa eine Realität, obwohl es ständig neue Initiativen gibt, um sie an den Wurzeln zu bekämpfen.
30.11.2007 Pressemeldung ZWH - Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V.Welche konkreten Maßnahmen werden durchgeführt, die auf europäischer Ebene angestoßen wurden? Wie reagieren die Akteure des Arbeitsmarkts gegen Diskriminierungen? Welche Rolle spielen die Unternehmen, Verbände, Gewerkschaften, lokale Akteure oder die Medien, um nicht-diskriminierendes Handeln und Verhalten zu fördern? Welche Handlungsfelder gibt es für die kommenden Jahre? Was sind insgesamt gesehen die wirkungsvollsten Hebel, um Diskriminierungen am Arbeitsplatz zu reduzieren?
Antworten auf diese Fragen gab die Europäische Konferenz "Acting against ethnic discrimination in employment" am 22. und 23. November 2007 in Paris. Die vom Europäischen Sozialfonds unterstützte Konferenz hatte das Ziel, erfolgreiche Erfahrungen, die europaweit im EQUAL-Programm der Europäischen Union gesammelt wurden, zu identifizieren, um neue Werkzeuge und Handlungsansätze herauszufinden.
60 EQUAL-Projekte aus ganz Europa waren gekommen, um ihre Ergebnisse vorzustellen. Aus Deutschland beteiligten sich drei Entwicklungspartnerschaften des Projekts "Integration durch Qualifizierung": KUMULUS-PLUS – Beratungs- und Informationsnetzwerk Berlin/Mecklenburg-Vorpommern, MigraNet – Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten sowie NOBI – Norddeutsches Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten.
40 Entscheidungsträger und Akteure in Schlüsselpositionen aus Europa diskutierten über Empfehlungen, die aus der Konferenz hervorgehen sollten. Mehr als 300 Akteure im Kampf gegen Diskriminierungen suchten nach neuen Handlungsstrategien für die kommenden Jahre.
Zum Abschluss der Konferenz wurden fünf EQUAL-Handlungslinien formuliert:
- Von allen Akteursgruppen in den Foren der Veranstaltung wurde gefordert, dass Fähigkeiten und Kompetenzen im Bereich Anti-Diskriminierung entwickelt werden sollten.
- Es sollten neue Dienstleistungen und Bildungsangebote für neue Rollen, z.B. die von interkulturellen Mediatoren, angeboten werden, um einen Bedarf zu decken, den öffentliche Einrichtungen nicht decken können.
- Chartas gegen Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen sollten gefördert und die Ergebnisse solcher Verpflichtungen evaluiert werden.
- Die Fähigkeiten von Einwanderern sollten geschätzt und anerkannt werden.
- Priorität sollte einem umfassenden, landesweiten Handeln gegeben werden. Dies ist der beste Rahmen für Vorschläge auf weltweiter Ebene.
Mit demselben Thema beschäftigte sich auch die EQUAL-Ergebniskonferenz am 21. November 2007 in Berlin. Zum einen wurde Bilanz gezogen, welche nachhaltigen Ergebnisse EQUAL vorzuweisen hat. Zum anderen wurde ein Ausblick auf neue Ansätze künftiger Förderungen nach dem Auslaufen von EQUAL zum Jahresende gegeben. Die Konferenz war als EQUAL-Themenpark konzipiert, in dem verschiedene Thematische Netzwerke ihre Erfolge präsentierten. In der Themeninsel "Berufliche Integration von Migrantinnen und Migranten" wurde auch die erfolgreiche Netzwerkarbeit im Projekt "Integration durch Qualifizierung" vorgestellt.
EQUAL
Die aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte Gemeinschaftsinitiative EQUAL zielt darauf ab, neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten von Arbeitenden und Arbeitsuchenden auf dem Arbeitsmarkt zu erproben. Nach sechs Jahren läuft die Förderung Ende 2007 aus.
EQUAL in Zahlen:
3.240.072.308 Euro wurden insgesamt vom Europäischen Sozialfonds zur Verfügung gestellt, davon 500 Millionen Euro für Projekte für "Migranten und ethnische Minderheiten".
350 Projekte für "Migranten und ethnische Minderheiten" (= 10 Prozent aller Projekte)
Weitere Informationen: www.equal.de
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