GEW: "Angriff auf staatliche Daseinsvorsorge für Bildung"
Als "Angriff auf die staatliche Daseinsvorsorge für Bildung" hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Studie "Bildung neu denken! Das juristische Konzept" kritisiert.
07.12.2005 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und WissenschaftDie Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat heute den dritten Teil ihrer Publikation vorgestellt. "Die Menschen in Deutschland haben ein Grundrecht auf Bildung, auf die bestmögliche Entfaltung ihrer Talente. Ein nach den Vorstellungen der Bayerischen Wirtschaft hemmungslos privatisierter und deregulierter Bildungsbereich nimmt vielen Menschen dieses Recht. So wird die ohnehin bestehende Chancenungleichheit in Deutschland weiter verschärft", stellte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne in Frankfurt a.M. fest.
"Die Beschäftigten werden zum Spielball beim Abbau von Arbeitnehmerrechten und Lohndumping. Eine höhere Belastung der Beschäftigten und Qualitätsverluste des Angebots sind die Folgen. Ein Blick auf die Weiterbildungsbranche zeigt, wohin die Reise geht", unterstrich Thöne. Im Weiterbildungsbereich seien in den vergangenen drei Jahren ca. 40.000 feste Arbeitsplätze abgebaut worden, die Löhne befänden sich im freien Fall. "Wir brauchen eine Politik der sozialen Verantwortung für den Bildungsbereich und keinen Wettlauf nach den Wolfsgesetzen des Marktes", sagte der Gewerkschafter. "Es kann doch nicht im Interesse der Wirtschaft sein, immer mehr Menschen von einem qualifizierten Bildungsprozess auszuschließen. Schon jetzt ist abzusehen, dass wir in ein paar Jahren zu wenige Hochschulabsolventen und Facharbeiter haben."
Thöne kritisierte darüber hinaus die vbw-Initiative "governance watch". "Statt mehr Verbindlichkeit in einem demokratischen Prozess einzufordern, maßen sich Vertreter einer kleinen Interessengruppe an, ohne Auftrag und Kontrolle der Gesellschaft Ziele und Maßnahmen für den Bildungsbereich vorzugeben", betonte der GEW-Vorsitzende.
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