GEW trauert um Herbert Enderwitz

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft trauert um ihr langjähriges Vorstandsmitglied und Ehrenvorsitzenden der GEW Hessen, Herbert Enderwitz: Enderwitz verstarb am 5. Juli im Alter von 100 Jahren.

10.07.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Die vielen Funktionen und Aufgaben aufzuführen, die Herbert Enderwitz in seinem langen Engagement in der GEW übernommen hat, würde mehrere Seiten füllen. Von 1961 bis 1965war er Landesvorsitzender der GEW Hessen. Für seine vielfältigen Verdienste wurde er 1985 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auf Bundesebene leitete er das Referat Lehreraus, -fort- und –weiterbildung und war von 1968 bis 1971stellvertretender Vorsitzender. Auch nach dieser Zeit pflegte er viele internationale Kontakte.

Als Herbert Enderwitz 1950 Mitglied der GEW wurde, war dies für einen Gymnasiallehrer noch ungewöhnlich. Konsequent hat er sich immer für die Gesamtschule eingesetzt, die der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit als obersten Zielen verpflichtet ist, und war führend an der Gründung der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (GGG) beteiligt. Seine Position hat er selbst so beschrieben: "Chancengleichheit für allein einem neugeordneten, umfassenden, stufenweise gegliederten Schul- und Bildungssystem, das war und ist unser unverrückbares Ziel. Wir glauben, damit am besten der Zukunft unseres Volkes, Europas und im letzten einer friedlichen Welt zu dienen."

Bei all diesen Aktivitäten hat er nie die großen geschichtlichen Zusammenhänge aus den Augen verloren und diese in verschiedenen Publikationen und Redebeiträgen den GEW-Mitgliedern und allen politisch und pädagogischinteressierten Menschen nahe gebracht. Er lenkte den Blick weg von den alltäglichen Auseinandersetzungen hin zu den historischen Linien in der Evolution der Menschheit, der er dasPotenzial bescheinigt, eine Gesellschaft der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Friedens entwickeln zu können.

Die GEW wird sich an Herbert Enderwitz stets mit Dankbarkeit erinnern. Seiner Familie spricht die GEW ihre tiefe Anteilnahme aus.


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