Kindertagesstätten-Landschaft ist in Bewegung

Das Programm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" und das Landesgesetz zum Ausbau der frühen Förderung verbessern die Betreuungssituation für Kinder im Vorschulalter in Rheinland-Pfalz in rasantem Tempo. "Der schon im Frühjahr zu beobachtende deutliche Anstieg bei den Plätzen für unter Dreijährige in rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten setzt sich in unvermindertem Tempo fort. Mit 9.641 Plätzen stehen nach der aktuellen Kita-Statistik landesweit 50 Prozent mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung als vor einem Jahr", betonte Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen. Die Versorgungsquote sei innerhalb eines Jahres von 6,2 Prozent auf 9,5 Prozent aller Kinder unter drei Jahren im Land gestiegen.

31.08.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Die bundesweite Vorreiterrolle des Landes, das die Kommunen und freien Träger beim quantitativen und qualitativen Ausbau des Bildungs- und Betreuungsangebots für Kinder im Vorschulalter massiv mit eigenen Mitteln unterstützt, wird durch diese Entwicklung eindeutig belegt", stellte Doris Ahnen fest. Das Land setze allein in diesem Jahr für das Programm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" 35 Millionen Euro ein, damit in den Kommunen zum einen mehr Betreuungsangebote geschaffen und zum anderen Bildung und Erziehung in den Kindertagesstätten weiter verbessert würden.

"Die größte Dynamik beim Ausbau der Angebote für Kinder unter drei Jahren ist auf die durch das Landesprogramm ermöglichte Öffnung von Kindergartengruppen für zweijährige Kinder zurückzuführen", konstatierte die Ministerin. In den acht Monaten seit Inkrafttreten des Landesgesetzes zum Ausbau der frühen Förderung am 1.1.2006 seien in solchen Gruppen, für die das Land einen erhöhten Personalschlüssel garantiere, insgesamt 1.351 Plätze für zweijährige Kinder entstanden. Das Engagement von Land, Kommunen, freien Trägern und Jugendämtern habe zudem seit Juli 2005 das Angebot an Krippenplätzen für alle Kinder unter drei Jahren um fast 30 Prozent auf 2.562 Plätze gesteigert.

Die aktuelle Kita-Statistik zeige zugleich, dass trotz dieser Angebotsausweitung für Kinder unter drei Jahren die in Rheinland-Pfalz schon seit langem hervorragende Versorgung für die Altersgruppe zwischen 3 und 6 Jahren auf hohem Niveau bleibe, hielt Doris Ahnen weiter fest. 131.579 Kindergartenplätze entsprächen einer landesweiten Versorgungsquote von fast 104 Prozent. Erfreulich sei auch, dass mittlerweile fast jeder vierte Kindergartenplatz ein Ganztagsangebot sei. Erreicht worden sei dies durch eine weitere Steigerung um mehr als 4.350 Plätze seit Juli 2005 auf jetzt 30.155 Ganztagsplätze.

"Die Kindertagesstätten-Landschaft ist mehr denn je in Bewegung", stellte die Bildungs- und Jugendministerin fest, die dabei auf regionale Unterschiede ebenso hinwies, wie auf die Tatsache, dass die jetzt vorgelegten Daten eine Momentaufnahme seien. Weitere Anträge auf eine Betriebserlaubnis für zusätzliche Betreuungsplätze seien im Genehmigungsverfahren oder angekündigt. Aktuell reiche die Spannbreite bei den Versorgungsquoten für Kinder unter drei Jahren in den 41 Jugendamtsbezirken landesweit von knapp 4 Prozent bis zu fast 21 Prozent. Die höchsten Versorgungsquoten würden derzeit in den Städten Andernach (20,8 Prozent), Kaiserslautern (19,7 Prozent) und Speyer (18,2 Prozent) registriert. Gemessen an der absolut in dem jeweiligen Jugendamtsbezirk vorhandenen Zahl der Plätze rangierten der Kreis Mainz-Bingen (647 Plätze), die Stadt Mainz (607 Plätze) und die Stadt Kaiserslautern (455 Plätze) ganz oben. Die höchste absolute Ausbauleistung innerhalb des vergangenen Jahres sei eindeutig im Kreis Mainz-Bingen zu verzeichnen (plus 316 Plätze), gefolgt gleichauf vom Kreis Bad Dürkheim und der Stadt Ludwigshafen (jeweils plus 170 Plätze).

"Gemeinsam mit dem Landesjugendamt, den Jugendämtern sowie den freien Trägern und den Kommunen will und wird das Land auch künftig dafür sorgen, dass sich die Betreuungssituation für die Kinder unter drei Jahren weiter verbessert", betonte Doris Ahnen und verwies auf die Bonusregelungen, die im Zusammenhang mit dem Landesprogramm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" verankert worden sind. Die Bildungs- und Jugendministerin zeigte sich überzeugt, dass der Schwung, der sich im Bereich der frühkindlichen Bildung und Erziehung insgesamt zeige, seine Wirkung nicht verfehlen werde. Sie verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die sehr hohe Weiterbildungsbereitschaft von Erzieherinnen und Erziehern. Mehr als 12.000 Erzieherinnen und Erzieher könnten nach den 2006 bereits bewilligten Anträgen an einer durch das Programm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" geförderten Fortbildungsmaßnahme teilnehmen.

Sprachförderung und Schulvorbereitung von Kindern erhielten durch das Acht-Millionen-Euro-Teilprogramm des Landesprogramms einen neuen Schub. "Angebote für mehr als 11.000 Kinder in landesweit mehr als 1.770 Sprachfördermaßnahmen bedeuten, dass in diesem Kindergartenjahr jedes vierte angehende Schulkind in Rheinland-Pfalz direkt vor seiner Einschulung eine gezielte zusätzliche Sprachförderung erhalten kann", sagte Doris Ahnen und ergänzte: "Wir kommen den Zielen, allen Kindern optimale Chancen in der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung zu verschaffen, und zugleich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für deren Eltern deutlich zu verbessern, mit großen Schritten näher."


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