Pakt für Ausbildung Saarland: Chancengarantie 2009
"Das Ausbildungsjahr 2009 stellt uns vor eine doppelte Herausforderung. Zum einen durch den doppelten Abiturjahrgang und zum anderen durch die derzeitige schwere wirtschaftliche Krise. Dennoch besteht Grund zur Zuversicht, dass wir diese Herausforderung meistern." Das sagte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel am Freitag (3.4.2009) am Stand von "Lehrstelle jetzt" auf der Saarmesse bei der Unterzeichnung des Ausbildungspaktes Chancengarantie 2009.
03.04.2009 Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des SaarlandesGemeinsames Ziel der Partner des Ausbildungspaktes ist es, jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen eine Chance auf berufliche Ausbildung zu bieten. Die betriebliche Ausbildung hat dabei nach wie vor den höchsten Stellenrang. Sofern eine Vermittlung in eine betriebliche Ausbildung nicht realisierbar ist, werden den Jugendlichen alternative Vorschläge gemacht, die alle in eine duale Ausbildung münden sollen. Der saarländische Ausbildungspakt wurde erstmals 2004 geschlossen. Das Saarland war damals vor dem nationalen Ausbildungspakt Vorreiter eines partnerschaftlichen Engagements.
Partner des Paktes sind die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer des Saarlandes, die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände, die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, der Landkreistag Saarland, die Landwirtschaftskammer für das Saarland, die Architektenkammer des Saarlandes, die Ingenieurkammer des Saarlandes, die Rechtsanwaltskammer des Saarlandes, die Steuerberaterkammer Saarland und die Saarländische Landesregierung.
Nach den derzeit vorliegenden Zahlen der Agentur für Arbeit als auch der großen Kammern könnte das Ziel des Paktes auch 2009 wieder erreicht werden. Für die Wirtschaftskammern betonte dazu der Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland, Volker Giersch: "Die Unternehmen investieren auch in der Krise viel in die Ausbildung junger Menschen. Sie kennen die Demografie und wissen, dass der Doppel-Abi-Jahrgang eine letzte große Chance bietet, für die Zukunft vorzusorgen. Auch unsere IHK engagiert sich deshalb in besonderer Weise: Wir haben die Ausbildungsgebühr für 2009 ausgesetzt und das Team der IHK-Ausbildungsberater nochmals verstärkt." Auch die Handwerkskammer, so Vizepräsident Bernd Wegner, will ihre Anstrengungen erhöhen: "Argumente werden dabei der drohende Fachkräftemangel und die Chance, 2009 besonders qualifizierte Bewerber einstellen zu können, sein."
Auch die Ausbildungsmarktzahlen der Arbeitsagentur spiegeln keine Krisensignale wider. So ging das Lehrstellenangebot im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,7 Prozent zurück. Dennoch appellierte Ulrich Käser, der Bevollmächtigte SGB III der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, an die Unternehmen, ihre Ausbildungsanstrengungen zu intensivieren: "Mit Blick auf den bevorstehenden demographischen Strukturbruch müssen die saarländischen Betriebe aus eigenem Interesse so viele berufliche Nachwuchskräfte wie möglich ausbilden und an sich binden. Denn bereits heute gelingt es in einigen Berufen nicht mehr, die in die Rente ausscheidenden Arbeitnehmer durch nachrückende Berufsanfänger quantitativ zu ersetzen."
Im Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang wurden bereits zu Jahresbeginn mit den Hochschulen und den bewährten Partnern des Paktes die notwendigen Maßnahmen in einem gemeinsamen Sonderpakt mit den Hochschulen festgeschrieben. Die Agentur für Arbeit Saarland hat sich bereits im Vorfeld auf die steigende Nachfrage nach Beruflicher Beratung und den Bedarf an Ausbildungsstellen eingestellt.
Darüber hinaus haben die Landesregierung und die landesbeteiligten Gesellschaften 2009 120 zusätzliche Ausbildungsplätze bereit gestellt. Minister Rippel: "Dies zeigt, dass die Landesregierung nicht nur die Wirtschaft in die Pflicht nimmt, sondern auch durch eigenes Handeln jungen Menschen eine Zukunftsperspektive schafft."
Ein weiterer Schwerpunkt wird 2009 das Sichern von Ausbildungsplätzen sein. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage sollen die Instrumente zur Sicherung von Ausbildungsplätzen bei drohenden Insolvenzen oder im Insolvenzfall stärker öffentlich gemacht werden. Dazu gehören neben dem Krisenmanagement des Landes direkte Förderhilfen bei Übernahme von Auszubildenden sowie die Beratung und Hilfen der Kammern und der Arbeitsagentur.
Die Partner des Ausbildungspaktes kamen außerdem überein, weitere innovative Maßnahmen kurzfristig in die Wege zu leiten, falls das Ausbildungsangebot durch die schwere wirtschaftliche Krise erheblich zurückgehen sollte. Dazu werden sie den Ausbildungsmarkt intensiv beobachten und die Entwicklung begleiten, um flexibel und rasch mit neuen Instrumenten handeln zu können.
Hintergrund:
Bei der Paktunterzeichnung waren dabei: Joachim Rippel, Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, Ulrich Käser, Bevollmächtigter SGB III der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Volker Giersch, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Saarland, Bernd Wegner, Vizepräsident der Handwerkskammer des Saarlandes, Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e.V. (VSU), Monika Bachmann, Vorsitzende des Landkreistages Saarland, Richard Schreiner, Präsident der Landwirtschaftskammer für das Saarland, Herbert Kiefer, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes, Franz-Josef Weber, Vizepräsident der Ingenieurkammer des Saarlandes, Eberhard Gelzleichter, Präsident der Rechtsanwaltskammer des Saarlandes, Hans-Dieter Wirtz, Präsident der Steuerberaterkammer Saarland.
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