Talk-Show: Übung macht den Podmeister

Neue Wege der Wissensvermittlung forden auch neues Wissen der Lehrer. Deshalb bietet das polycollege Stöbergasse in Wien den berufbegleitenden Lehrgang „Weblog und Podcasting für den Unterricht“. BILDUNGaktuell hat Mag. Herbert Depner, polycollege-Abteilungsleiter Medien & EDV, zur modernen Lernkultur befragt:

28.09.2006 Artikel

BILDUNGaktuell: Wozu brauchen Lehrer einen Lehrgang zum Thema Weblog und Podcasting?
Mag. Herbert Depner: Weil die Gestaltung von Audio-Beiträgen nicht Teil der Lehrerausbildung ist; und weil weblog, ein neues interaktives Medium, als neue Form der Kommunikation vorgestellt wird.

BILDUNGaktuell: Wie können Pädagogen aktives, kreatives und selbstorganisiertes Lernen im Schulunterricht fördern?
Mag. Herbert Depner: Durch die Möglichkeit, mittels weblog direkte und jederzeit mögliche Kommunikation in jede Richtung sowohl zu den Lehrern, als auch zu den Mitschülern anzubieten; im weiteren Verlauf durch die Möglichkeit für die Schüler, eigene Podcasts zu produzieren und zu veröffentlichen: Von der Konsumation zur Produktion von Information.

BILDUNGaktuell: Wie nehmen Sie Lehrern die Hemmschelle für das Thema?
Mag. Herbert Depner: Wir setzen auf die Neugierde der Pädagogen, und auf die Kombination von neuer Technologie mit DEM klassischen Medium der Lehrer: Der eigenen Stimme. Und die grundsätzliche Möglichkeit, Lernenden mittels einer ihnen vertrauten Technologie, eben Podcasts, auf eine andere Form zu erreichen.

BILDUNGaktuell: Welche Möglichkeiten verpassen Schulen und Weiterbildungseinrichtungen, wenn sie den Podcast-Trend ignorieren?
Mag. Herbert Depner: Sie versäumen den Einsatz eines neuen Mediums, das die Unterrichtsqualität steigern kann. Eine Einrichtung, die hochwertige moderne Ausbildung anbietet, verliert mit der Zeit an Glaubwürdigkeit, wenn sie neue Technologien nicht in ihrem Unterricht anbietet und abbildet.

BILDUNGaktuell: Welche Inhalte machen Sinn für Podcasting im Unterricht? Und welche nicht?
Mag. Herbert Depner: Vornehmlich für den Sprach-Unterricht bietet sich das Hören ja direkt an; aber auch die Illustration des Biologie-Unterrichts mit Tönen - das Brüllen des hungrigen Nashorns oder des aufgeregten Löwen - kann ich mir sehr gut vorstellen. Also grundsätzlich in all den Gegenständen, in denen Töne, Geräusche, Stimmen eine neue Dimension des Unterrichts eröffnen. Ein bisschen schwer tu ich mir hier bei Mathematik.

BILDUNGaktuell: Was zeichnet einen gut gemachten Podcast aus?
Mag. Herbert Depner: Eine stringente Dramaturgie: Die Zusammenfassung einer Unterrichtsstunde in fünf Minuten in der Weise, dass ich gebannt zuhöre; und die Präsentation von illustrativen Ton-Beispielen, die die Gedanken-Assoziation fördern, wie das Brüllen des hungrigen Löwen.

BILDUNGaktuell: Sind Weblogs und Podcasting für den Schulunterricht auf Dauer wirklich so wichtig, oder sind das nur kurzfristige Trends in der Aus- und Weiterbildung?
Mag. Herbert Depner: Beide Medien werden den ihnen zukommenden Platz in der Palette der Medien einnehmen, die im Unterricht eingesetzt werden: Nicht als Allheilmittel, aber ebenso wie die Overhead-Folie ihren Platz im Unterricht gefunden hat, oder die Video-Projektion, werden die beiden Medien für bestimmte Unterrichtsziele sehr gut verwendbar sein: Weblogs für unkomplizierte Interaktivität und Podcasts für die Stimmen, Töne und Geräusche über einen innovativen Vertriebsweg.

Das Interview und weitere Artikel zum Thema Podcasting finden Sie unter der Fragestellung: Podcasting: Endgültiges Aus für E-Learning? bei unserem Kooperationspartner bildungaktuell.at in einem heute veröffentlichten „BILDUNGaktuell Spezial“.


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