"Wege ebnen"
Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber, Arbeits- und Sozialstaatssekretär Markus Sackmann, sowie Klaus Beier, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern unterzeichneten heute in der Mathilde-Eller-Schule in München eine Kooperationsvereinbarung für Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung. Das Projekt "Übergang Förderschule-Beruf" soll jungen Menschen mit geistiger Behinderung neue Wege in den allgemeinen Arbeitsmarkt eröffnen.
07.10.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus"Das Projekt ist ein Meilenstein für die Eingliederung von jungen Menschen mit geistiger Behinderung. Die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft Wirklichkeit werden zu lassen, ist Ziel schulischer Bildung. Die nun unterzeichnete Kooperationsvereinbarung ebnet diesem Ziel den Weg", so Staatssekretär Huber anlässlich des heutigen Treffens. Staatssekretär Sackmann fügte hinzu, dass die Aufnahme von Menschen mit Behinderung in den regulären Arbeitsmarkt für die gesamte Gesellschaft ein großer Schritt ist: "Die materielle wie persönliche Unabhängigkeit von Menschen mit Behinderung ist ein zentraler Aspekt für eine selbstbewusste Integration. Behindertenpolitik, die integriert und nicht ausschließt, muss ein Schwerpunkt bayerischer Sozialpolitik sein". Auch Klaus Beier von der Bundesagentur für Arbeit sieht die positiven Ergebnisse: "Die Verzahnung von Schule, individueller Förderung, Begleitung und Training ist ein Erfolgsfaktor. Von den Teilnehmern eines derzeit laufenden Modellprojektes konnten bereits 41 Jugendliche einen Arbeitsvertrag unterzeichnen".
Um das Ziel der Aufnahme in den regulären Arbeitsmarkt zu erreichen, kooperieren eine Vielzahl von Stellen, vor allem Integrationsfachdienste, Förderschulen und Arbeitsagenturen sowie die Unternehmen und Betriebe, die den Jugendlichen eine Chance geben. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch Prof. Dr. Erhard Fischer von der Universität Würzburg. Die Kooperation gliedert sich in eine schulische und eine nachschulische Phase. Geeignete Schülerinnen und Schüler erproben dabei in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen in Betriebspraktika ihre Fähigkeiten und Neigungen. Arbeitgeber erhalten fachliche Beratung und die Chance, die Schüler für einen Arbeitsplatz im Unternehmen kennen zu lernen. Lehrkräfte bringen ihre langjährigen Erfahrungen mit den Stärken und Schwächen der Schüler ein. Zusätzlich vermittelt der Unterricht wichtige arbeits- und lebensrelevante Schlüsselkompetenzen in Lernbereichen wie "Persönlichkeit und soziale Beziehungen", "Mobilität" und "Arbeit und Beruf".
Zeigen die Erfahrungen aus den Praktika die notwendigen Voraussetzungen für den regulären Arbeitsmarkt, so treten die Teilnehmer in die nachschulische Projektphase ein, in welcher sie ein weiteres Jahr im verstärkten Umfang durch den Integrationsfachdienst betreut werden und innerhalb einer Maßnahme der Agentur für Arbeit abgesichert sind. In Langzeitpraktika wird die Aufnahme eines dauerhaften Beschäftigungsverhältnisses vorbereitet.
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