1. Brandenburger Erziehungshilfetag war voller Erfolg

Der 1. Brandenburger Erziehungshilfetag war ein voller Erfolg. Darüber waren sich die Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltung einig. Unter dem Motto "Familien helfen, Kinder schützen" trafen sich mehr als 400 Fachkräfte der Jugendhilfe aus allen Regionen des Landes vom 09. bis 11. Mai 2007 in Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming). Sie präsentierten und diskutierten in Vorträgen, Workshops und Foren neue Konzepte für den Kinderschutz und erzieherische Hilfen für Familien. Der nächste landesweite Erziehungshilfetag soll in drei Jahren stattfinden.

11.05.2007 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Während sich das Programm des Erziehungshilfetages an den beiden ersten Tagen vorwiegend an Fachleute richtete, konnten Interessierte am 3. Tag den Markt der Möglichkeiten besuchen. Mehr als 40 regionale und überregionale Organisationen, Leistungsanbieter und Institutionen präsentierten sich heute zwischen 9.30 und 12 Uhr auf dem Rathausvorplatz, informierten über ihre Beratungsangebote und stellten sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger.

"Wir können uns mit dem, was wir im Land Brandenburg erreicht haben, durchaus sehen lassen", so das positive Fazit von Jugendminister Holger Rupprecht. Aber es gebe auch noch einiges zu tun. "Neben den präventiven Aspekten und der Zusammenarbeit der Institutionen müssen wir dabei stärker die konkreten Formen der Hilfen zur Erziehung in den Blick nehmen. Diese Hilfen zur Erziehung sind es mit ihren Einrichtungen und Kompetenzen, die wir brauchen, um Fälle von Vernachlässigung und Misshandlung nicht nur zu erkennen, sondern den betroffenen Kindern und ihren Familien auch wirksame Hilfen bieten zu können." Auch die vom 31. Mai bis 1. Juni 2007 in Potsdam stattfindende Jugend- und Familienministerkonferenz wird sich unter dem Vorsitz von Minister Rupprecht mit diesem Thema befassen.

"Ich hoffe, dass von Ludwigsfelde wichtige Impulse ausgehen für den Kinder-schutz, die Arbeit mit den Eltern und die Kooperation der Fachleute, damit Hilfeangebote den vielfältigen Anforderungen immer besser gerecht werden können", so der Wunsch von Bürgermeister Heinrich Scholl.

Landrat Peer Giesecke, Schirmherr des Erziehungshilfetages, weist im Zusammenhang mit der Veranstaltung auf den Kinder- und Jugendnotruf hin, den der Landkreis Teltow-Fläming 2006 eingerichtet hat. "Wir sind der Meinung, dass rund um die Uhr ein kompetenter Ansprechpartner der Region für die Sorgen und Nöte von Kindern und Jugendlichen erreichbar sein muss. Deshalb haben wir eine kostenlose Hotline geschaltet."

Zufrieden zeigte sich auch Anne Lersch, Leiterin des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg (SFBB). "Wir haben von Anfang an um die Beteiligung der Stadt Ludwigsfelde und des Landkreises Teltow-Fläming geworben und damit den Erziehungshilfetag zu einem überregionalen Fachtag, aber mit deutlich lokalem Akzent, gemacht." Das SFBB hat den Erziehungshilfetag veranstaltet und gemeinsam mit mehr als 15 Organisationen, Vereinen und Verbänden vorbereitet.

Zum Hintergrund: Hilfe zur Erziehung hat die Aufgabe, durch geeignete Angebote die Erziehung der Eltern zu unterstützen, zu ergänzen und - falls erforderlich - zu ersetzen. Zu den Hilfen, die im Fall einer Kindeswohlgefährdung auch mit familiengerichtlicher Autorität eingesetzt werden können, gehören neben Heimerzie-hung und Pflegefamilie vor allem sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsberatung und Tagesgruppe. Im Jahr 2005 wurden in den brandenburgischen Land-kreisen und Kommunen insgesamt etwa 6.400 mal Hilfen zur Erziehung (ohne Erziehungsberatung) gewährt. Darunter sind rund 2.800 Heimunterbringungen, rund 1.700 Pflegeverhältnisse, rund 1.500 Einsätze von Familienhelfern und etwa 400 Hilfen in Tagesgruppen. Mehr als 8.000 mal wurden Erziehungsberatungsstellen in Anspruch genommen. Bei Kindeswohlgefährdung geht es darum, dass die Eltern in solchen Fällen für Hilfe zur Erziehung oft schwer erreichbar sind. Wenn Kinder unsicher, ungesund oder unbetreut aufwachsen, müssen die Hilfsangebote besser vermittelt werden, damit sie so genannte "Risikofamilien" auch erreichen. Laut Statistik des Landeskriminalamtes Brandenburg wurden zwischen 2001 und 2003 insgesamt 1.285 Kinder Opfer von Misshandlungen und Vernachlässigungen. Diese Fälle zu verringern, ist eine der großen fachlichen Herausforderungen auch für die Erziehungshilfe.

Weitere Informationen gibt es bei:
Regina El Zaher, Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut
Berlin-Brandenburg
Tel.: 0176 - 244 054 99
E-Mail:


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