Bei Autorentexten alte Rechtschreibung in Schulbüchern?
(bikl.de) Erstmals hat der Rat für deutsche Rechtschreibung in Wien getagt. Auf der Tagesordnung seiner gestrigen Sitzung standen unter anderem die Getrennt- und Zusammenschreibung und die Zuordnung von Lauten und Buchstaben wie "Gämse" oder "Gräuel".
10.11.2007 ArtikelAber auch ein weiteres Thema war Gegenstand der Sitzung. Eine Initiative österreichischer Autoren nämlich will erreichen, dass ihre Texte, die in Schulbücher übernommen werden, erst dann an die neue Schreibweisen angepasst werden, wenn ihre Einwilligung vorliegt. Bislang ist eine solche Einwilligung bei Publikationen für Schul- und Unterrichtszwecke in Österreich nicht vorgesehen. Zu den Unterzeichnenden zählen Schriftsteller wie Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Gert Jonke, Anna Mitgutsch oder Friederike Mayröcker.
"Ich bin ein Befürworter der individuellen Kreativität", wird Ratsvorsitzender Hans Zehetmair heute in der Basler Zeitung zitiert. "Wir haben nicht den Auftrag, kreative Menschen in ein Korsett zu zwingen", sagte er laut Zeitungsbericht. Autorentexte nach den Regeln der Rechtschreibreform umzuschreiben, bezeichnete Zehetmair als einen Eingriff in das Urheberrecht und die Vielfalt der Sprache. Dass Autorentexte künftig mit vermeintlich "falscher" Rechtschreibung und Zeichensetzung im Schulbuch stehen könnten, sei für ihn kein Problem. Sein Vorschlag: In besonders extremen Fällen könne mit einer Fußnote auf die korrekte Schreibweise hingewiesen werden.
Weiterführende Links
- Basler Zeitung: Rat für Rechtschreibung: Nichts gegen eigenwillige Autoren
- Rat für deutsche Rechtschreibung
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