Dr. Eva-Maria Stange: "Schöpferische Frauen haben noch immer nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie ihre männlichen Kollegen"

"Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind, trotz der formellen Gleichstellung der Frauen, noch immer nicht so, dass schöpferische Frauen dieselbe öffentliche Aufmerksamkeit und denselben Marktwert haben wie ihre Kollegen – unabhängig vom Bekanntheitsgrad einzelner Künstlerinnen", sagte Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange im Vorfeld der Eröffnung der Ausstellung "Festtafel-Künstlerinnenrunde" im Neuen Sächsischen Kunstverein am kommenden Sonntag in Dresden.

06.03.2009 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Es sei kein Zufall, dass diese Ausstellung gerade zum Frauentag eröffnet werde. Schließlich sei die Idee zu diesem Kunstprojekt von Frauen entwickelt und verwirklicht worden. "In Dresden und der Region arbeiten Hunderte von Malerinnen, Bildhauerinnen und Vertreterinnen der angewandten Künste. Das Projekt der Festtafel richtet sich darauf, diese Künstlerinnen einmal in den Mittelpunkt zu rücken. So können die Betrachterinnen und Betrachter sehen, wie viele es sind, welche Vielfalt und welche großen künstlerischen Potenziale in ihnen stecken."

Über Jahrhunderte sei der traditionelle Platz der Frau in der Küche gewesen. "Darum wird es nun höchste Zeit für die Frauen, aus ihrem "Küchenlatein" eine Tugend zu machen und selbst zu bestimmen, was auf den Tisch kommt. In Porträts und Ornamentik, Farbenrausch und Statements zeigt die Ausstellung auf den Tellern etwas anderes als das Übliche. Nahrhaftes ja – aber für Geist und Gemüt." Jede der Künstlerinnen serviere sich selbst auf ihrem Teller, "gibt dabei Persönliches preis und lässt sich sehen auf der festlichen Tafel."

Das Ausstellungsprojekt "Festtafel-Künstlerinnenrunde", an dem 124 Künstlerinnen im Alter zwischen 26 und 96 Jahren beteiligt sind, entstand auf Initiative des Vereins Kreative Werkstatt. Ein erster Teil des Projektes war 2006 im Dresdner Stadtarchiv zu sehen, das Gesamtprojekt wurde bereits in Wroclaw ausgestellt und ist demnächst auf Schloss Wiligrad in Mecklenburg zu sehen. Die Kreative Werkstatt e.V. mit Sitz im Dresdner Galvanohof wurde 1995 mit dem Anliegen gegründet, professionelle und Amateur-Kunstschaffende miteinander zu vernetzen. Der Neue Sächsische Kunstverein – in dessen Räumen die Ausstellung bis Ende April zu sehen ist - wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst 2009 institutionell mit rund 60 000 Euro gefördert.


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