Forschungsintensität liegt in Baden-Württemberg bei 4,4 Prozent

Baden-Württemberg verfügte im Jahr 2007 über die größten Ressourcen für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland. Wirtschaft, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Hochschulen gaben in Baden-Württemberg 2007 rund 15,7 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung aus und beschäftigten dafür – in Vollzeitäquivalenten, also reinen Personenjahren gerechnet – 116 200 Personen. Auf Baden-Württemberg entfielen damit nach Feststellungen des statistischen Landesamtes bei den Ausgaben für FuE mehr als ein Viertel aller bundesweiten FuE-Ressourcen und beim Personal ein knappes Viertel, während der Anteil des Landes am Bruttoinlandsprodukt und an den Erwerbstätigen Deutschlands nur rund 15 bzw. 14 Prozent betrug.

10.12.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Die starke Fokussierung des Landes auf Forschung und Entwicklung zeigt sich wieder besonders deutlich an der so genannten Forschungsintensität. Sie ist der Quotient aus FuE-Ausgaben und dem Bruttoinlandsprodukt. Diese Quote erreichte in Baden-Württemberg 2007 ein neues Rekordniveau von 4,4 Prozent. Zwei Jahre zuvor wurden 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung in FuE investiert. Im Bundesländerranking baute Baden-Württemberg damit seine Spitzenposition weiter aus, gefolgt von Berlin (3,4 Prozent), das wie schon 2005 an zweiter Stelle lag. Die dritthöchste Forschungsintensität mit 2,8 Prozent wies Bayern auf. Am Ende der Skala lagen wie schon in den Vorjahren Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 1,1 Prozent. Im Bundesdurchschnitt lag die FuE-Intensität 2007 unverändert bei 2,5 Prozent.

Baden-Württemberg ist aber nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch im internationalen Vergleich Spitzenreiter. Die FuE-Intensität der beiden "Hochtechnologieführer" Japan und USA ist mit 3,4 (2006) bzw. 2,7 Prozent deutlich kleiner als im Südwesten Deutschlands. Noch deutlicher fällt der Vorsprung gegenüber den europäischen Konkurrenten Frankreich und Großbritannien aus. Hier betrug die Forschungsintensität lediglich 2,1 bzw. 1,8 Prozent.

"Gerade vor dem Hintergrund der Globalisierung und der Herausforderungen der Wirtschaftskrise sind Forschung und Entwicklung, d.h. das Entstehen von neuem Wissen und dessen Umsetzung in innovative Produkte und Dienstleistungen von herausragender Bedeutung. Mit seinen hohen FuE-Ressourcen und dem erfolgreichen Zusammenspiel von Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen schafft Baden-Württemberg eine entscheidende Voraussetzung zum Erhalt und zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Das Wachstums- und Beschäftigungspotenzial unserer Volkswirtschaft hängt in besonderem Maß von den Investitionen in neues Wissen und der Fähigkeit des dafür eingesetzten Personals ab, dieses Wissen schnell in neue Technologien und Dienstleistungen umzusetzen", so die Präsidentin des Statistischen Landesamts, Carmina Brenner.

Der seit 1995 anhaltende Anstieg der FuE-Intensität in Baden-Württemberg, der 2003 kurzzeitig zum Stillstand kam, hat sich 2007 verstärkt fortgesetzt. Maßgeblich für diese Entwicklung war der Wirtschaftssektor, in dem 2007 gut vier Fünftel der FuE-Ressourcen des Landes konzentriert waren. Den Rest teilen sich die Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu etwa gleichen Teilen.

In absoluten Größen gemessen gab die baden-württembergische Wirtschaft 2007 rund 12,8 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung im Land aus und beschäftigte 87 630 Personen. In keinem anderen deutschen Bundesland waren die FuE-Kapazitäten der Wirtschaft größer als im Südwesten Deutschlands. Bayern folgt mit 9,6 Mrd. Euro und 71 680 Beschäftigten auf Rang zwei. Auf die beiden süddeutschen Bundesländer entfällt zusammen mehr als die Hälfte der gesamtdeutschen FuE-Ressourcen der Wirtschaft.

In den über 100 außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Sitz in Baden-Württemberg, wurden im Jahr 2007 rund 1,4 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. In diesen Einrichtungen, zu denen u.a. die Institute der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft zählen, waren etwa 12 580 Personen mit Forschungsaufgaben betraut. Mit einem Anteil von knapp 16 Prozent am FuE-Personal derartiger Einrichtungen in Deutschland wurden die FuE-Personalressourcen des Landes im Staatssektor wie schon 2006 nur von Nordrhein-Westfalen übertroffen.

Im Hochschulsektor Baden-Württembergs, der vier der insgesamt neun Eliteuniversitäten in Deutschland stellt, waren 2007 16 030 Personen mit FuE-Tätigkeiten befasst. Die Ausgaben der Hochschulen für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf über 1,5 Mrd. Euro. Gemessen an den FuE-Ausgaben und an der Zahl des FuE-Personals liegt Baden-Württemberg hinter Nordrhein-Westfalen ebenfalls auf Platz zwei. Gemeinsam mit Bayern vereinen die "drei Großen" mehr als die Hälfte aller FuE-Ressourcen der deutschen Hochschulforschung.


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