Internationaler Vergleich

Geringqualifizierte werden in Deutschland schlechter in den Arbeitsmarkt integriert als im europäischen Ausland

In seinem aktuellen Kurzbericht (8/2014) liefert das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung / Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit) Daten zu den Arbeitsmärkten im europäischen Vergleich im Hinblick auf Erwerbslose und Inaktive in verschiedenen Sozialsystemen. Demnach ist der Anteil der Geringqualifizierten unter den Langzeit-Nichterwerbstätigen hierzulande besonders hoch.

25.04.2014 Pressemeldung Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB)

Im internationalen Vergleich sei der Anteil der Geringqualifizierten an der Gesamtbevölkerung in Deutschland zwar niedrig, aber ihre Arbeitsmarktintegration besonders schlecht.

Dieser Befund scheint auch nicht sehr verwunderlich, nimmt man die wichtigsten Ergebnisse einer "Längsschnittumfrage zur Arbeitsmarktpolitik zwischen 2010 und 2013" hinzu, die der Paritätische Wohlfahrtsverband unter 138 Trägern durchgeführt hat, die sich in der Arbeitsmarktförderung engagieren. Der zufolge ist im Vergleich zu 2010 heute praktisch jeder zweite geförderte Maßnahmenplatz verschwunden. Damals wurden für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit immerhin noch 6,6 Milliarden Euro eingeplant, 2013 schmolz dieser Posten auf 3,9 Milliarden Euro zusammen. Zudem käme immer weniger davon auch wirklich der Integration von Arbeitslosen zugute, denn haushaltsrechtlich dürfen die Jobcenter zusätzliche Verwaltungskosten zu Lasten der eigentlichen Fördermittel finanzieren.

Der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V., Rudolf Helfrich, äußerte sich heute in Hamburg zu diesen Ergebnissen: "Fast die Hälfte aller Langzeitarbeitslosen hat auf dem Arbeitsmarkt nur äußerst geringe Chancen, weil sie über keinen Berufsabschluss verfügen. Daher fordert der Bildungsverband bereits seit Jahren, die massiven Kürzungen der Mittel für die Nachqualifizierung und Fortbildung von Langzeitarbeitslosen sofort zurückzunehmen und damit auch dem Fazit der IAB-Studie zu folgen, denn nur dies wäre eine Möglichkeit, "den harten Kern der Arbeitslosigkeit zu verkleinern."

Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeb- licher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland. In seinen Mitgliedsverbänden helfen jährlich Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Menschen mit qualitätsgeprüften Aus- und Weiterbildungen bei der Verbesserung ihrer beruflichen Chancen. Der Bildungsverband versteht sich als ein "Qualitätsverbund" der beruflichen Weiterbildung und hat sich und seine Mitgliedsunternehmen auf Qualitätsgrundsätze festgelegt.


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