GEW: Mit 67 vor der Klasse oder in der Kita?!
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnt die Pläne der Bundesregierung zur "Rente mit 67 Jahren" ab. "Soll ein Lehrer mit 67 Jahren tatsächlich 25 Erstklässlern das Schwimmen beibringen, oder eine gleichaltrige Erzieherin mit 25 kleinen Wuselzwergen erste Schritte in der Erkundung des umliegenden Stadtviertels unternehmen?", fragte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne mit Blick auf den heutigen Aktionstag der Gewerkschaften zur "Rente mit 67".
26.02.2007 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Niemand will ernsthaft, dass viel oder gar alle Menschen bis zum 67. Lebensjahr arbeiten: Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist nur das Trojanische Pferd, mit dem den Menschen ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm verkauft wird."
"Fakt ist: Schon heute erreichen nur 17 Prozent der Beschäftigten die Rentenaltersgrenze von 65 Jahren. Gut eine Million zusätzlicher Arbeitsplätze wäre nötig, damit Arbeitnehmer bis 67 arbeiten können", unterstrich Thöne. "Die GEW schlägt Alterteilzeitregelungen und eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit, etwa die Altersermäßigung für Lehrkräfte vor, damit Pädagogen länger im Beruf bleiben können. Ältere Kolleginnen und Kollegen können Erfahrung einbringen, von denen die jüngeren profitieren."
Thöne wies darauf hin, dass die psychische und physische Belastung der Pädagogen sehr hoch sei. Dies schlage sich beispielsweise in der hohen Zahl von Frühverrentungen bei Erzieherinnen und Lehrkräften nieder. Deshalb pensionierten fast alle europäischen Länder ihre Pädagogen deutlich früher als Deutschland. Der GEW-Vorsitzende verlangte die Verbesserung des Arbeitsschutzes, insbesondere vorbeugender Maßnahmen. "Wer gute Bildung für alle Menschen will, braucht gesunde und motivierte Pädagogen", betonte er.
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