Girls Day 2007: Führungspositionen nach wie vor "Männersache"

Obwohl sich die berufliche Qualifikation von Männern und Frauen immer mehr angleicht, sind Frauen in leitender beruflicher Position in Baden-Württemberg noch immer eher die Ausnahme. Wie das Statistische Landesamt nach den Ergebnissen des Mikrozensus feststellt, hatten annähernd 165 000 Männer, jedoch nur knapp 37 000 Frauen eine Führungsposition inne. Gemessen am Frauenanteil unter den Erwerbstätigen insgesamt, der bei 45 Prozent lag, sind "Chefinnen" mit gut 18 Prozent an allen Führungskräften noch immer deutlich unterrepräsentiert. Knapp 82 Prozent der Führungspositionen sind mit Männern besetzt. Wesentliche Ursachen für die unterdurchschnittliche Präsenz von Frauen in Führungspositionen dürften im durchschnittlich niedrigeren Ausbildungsniveau der älteren Frauen, der wesentlich höheren Teilzeitbeschäftigung von Frauen und in familiär bedingten beruflichen Ausfallzeiten begründet sein.

24.04.2007 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Ein Vergleich mit den Ergebnissen des Mikrozensus 1996 zeigt allerdings, dass die Zahl der weiblichen Führungskräfte mit einem Plus von gut 44 Prozent deutlich stärker zugenommen hat als die Zahl der männlichen Erwerbstätigen in Führungspositionen, die nur ein Plus von knapp 5 Prozent erfuhr. Auch verlief die Zunahme weiblicher Führungskräfte im Zeitraum zwischen 1996 und 20041) bei weitem dynamischer als die Entwicklung der weiblichen Erwerbstätigen insgesamt. So stieg die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen in diesem Zeitraum lediglich um knapp 9 Prozent. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Präsenz weiblicher Führungskräfte durch das Eintreten von immer besser ausgebildeten jungen Frauen in das Erwerbsleben mittelfristig durchaus ansteigen könnte.

Im Vergleich der Bundesländer und Deutschland insgesamt zeigt sich in Baden-Württemberg in Sachen Frauen in Führungspositionen jedoch noch ein erheblicher Nachholbedarf. So liegt Baden-Württemberg mit einem Anteil an Frauen in Führungspositionen von 18 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 21 Prozent. Besonders hoch liegt der Frauenanteil in den Neuen Ländern. Spitzenreiter ist hierbei Mecklenburg-Vorpommern mit 32 Prozent.


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