Gisela Rothenhäusler erhält Landespreis für Heimatforschung

Der Landespreis für Heimatforschung geht 2008 an Gisela Rothenhäusler. Die Geschichtslehrerin aus Bad Wurzach erhält die mit 5 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit "Das Wurzacher Schloss 1940 - 1945". Auf 373 Seiten zeichnet die Autorin das Kriegsschicksal des ehemals fürstlichen Schlosses nach. Es diente als Internierungslager für französische Offiziere, Zivilinternierte von den britischen Kanalinseln und für jüdische Häftlinge mit doppelter Staatsbürgerschaft. Bei der Preisverleihung am Donnerstag (20. November) in Ulm sagte Rau: "Das Wurzacher Schloss ist zum Zeitzeugen für die Kriegsjahre geworden. Das Buch von Gisela Rothenhäusler beschreibt anschaulich, wie sich Weltpolitik und menschliche Schicksale an diesem Ort verknüpften."

20.11.2008 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Den zweiten Preis teilen sich Gebhard Blank aus Leutkirch und Berno Müller aus Leimen. Sie erhalten jeweils eine Urkunde sowie 1 300 Euro. Das dreiköpfige Autorenteam um Gebhard Blank zeichnet in dem Buch "Die Geschichte der Munau Urlau" das mehrere Jahrzehnte dauernde Bestehen der Munitionsanstalt im Forst der Gemeinde nach und Bernd Müller verfasste in seinem zweibändigen Werk "Der Kirchturm ist dem Himmel nahe" eine Kirchen- und Ortsgeschichte der Stadt Leimen. Der ebenfalls mit 1 300 Euro dotierte Jugendförderpreis geht an das Otto-Hahn-Gymnasium Ostfildern für eine interaktive CD-Rom zur Geschichte der heute in einem Schulverband zusammengeschlossenen Orte Nellingen, Denkendorf und Neuhausen. Die von 20 Schülerinnen und Schülern entwickelte CD-Rom informiert über die Zeit vom Mittelalter bis zur Reformation und stellt das Leben von Bauern, Edelleuten und Chorherren in den Mittelpunkt. Mit dem Schülerpreis wird die Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule Freiburg für die Arbeit "Die Zwangs-schule für jüdische Kinder in Freiburg 1936 - 1940" ausgezeichnet. Auch dieser Preis ist mit 1 300 Euro dotiert.

Seit 2003 wird der Landespreis für Heimatforschung im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg verliehen. Ausrichter der Heimattage sowie der Preisverleihung für den Landespreis für Heimatforschung war in diesem Jahr die Stadt Ulm. Der Landespreis wird vom Land Baden-Württemberg und vom Landesausschuss für Heimatpflege Baden-Württemberg gestiftet. Insgesamt wurden 178 Arbeiten ein-gereicht, etwa ein Viertel der Einsendungen entfallen auf den Jugendförderpreis und den Schülerpreis.

Anhang:

Preisträgerinnen und Preisträger des Landespreises für Heimatforschung 2008

  • Hauptpreis: Gisela Rothenhäusler aus Bad Wurzach, "Das Wurzacher Schloss 1940 - 1945 Kriegsgefangene/Zivilinternierte/jüdische Häftlinge"
  • Zweiter Preis: Gebhard Blank aus Leutkirch, "Die Geschichte der Muna Urlau"
  • Zweiter Preis: Berno Müller aus Leimen, "Der Kirchturm ist dem Himmel nahe"
  • Jugendförderpreis: Otto-Hahn-Gymnasium Ostfildern, Comenius-AG, "Von den Fildern in die Welt und zurück" (CD-Rom)
  • Schülerpreis: Lessing-Realschule Freiburg, Geschichtswerkstatt, "Die Zwangsschule für jüdische Kinder in Freiburg 1936 - 1940"

Die Anerkennungskunden erhielten:

  • Dr. Hans-Helmut Dietrich aus Ellwangen, "…wie erschröcklich gehet es in Gemündt zu! "
  • Helmut Herwanger aus Bad Waldsee, "Anton Duck (1807 - 1888)"
  • Johanna Huber aus Oppenau-Ibach, "Ein Bauernhof im Wandel der 50er Jahre"
  • Emil J. Mundhaas aus Konstanz, "Schifffahrt und Fischerei im alten Staad"
  • Roland Rösch aus Heilbronn, "Geschichte der Heilbronner Industriebahn im Kleinäulein und im Hafen"
  • Egon Viesel aus Albstadt, "Der Kornbühl, die Salmendinger Kapelle und ihre Landschaft"

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