Kinder- und Jugendpsychiatrie der Krankenhäuser voll ausgelastet

Die Krankenhäuser des Landes mit einem Fachbereich Kinder- und Jugendpsychiatrie- und –psychotherapie verzeichneten im Jahr 2008 erneut einen Anstieg der vollstationären Behandlungsfälle. Wie das Statistische Landesamt feststellte, stieg die Zahl der in diesem Bereich untergebrachten Kinder oder Jugendlichen binnen Jahresfrist um 142 auf 4 435. Dieser Zunahme um gut 3 Prozent standen mit 508 etwas mehr Betten zur Verfügung als im Vorjahr (494).

05.02.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Obwohl die Aufenthaltsdauer der Kinder und Jugendlichen in diesen Einrichtungen mit durchschnittlich 39,6 Tagen wie auch schon in den vorangegangenen Jahren rückläufig blieb, reichte die Reduzierung der Krankenhaustage nicht aus, die nun vorhandene Bettenkapazität spürbar zu entlasten. Mit einer Belegung von 94,4 Prozent der vorhandenen Betten setzte sich der seit 2002 zu beobachtende hohe Auslastungsgrad fort. Lediglich das bisherige Spitzenergebnis von 97,2 Prozent, das im vorangegangen Jahr 2007 erreicht wurde, konnte etwas abgeschwächt werden.

Während alle vollstationären Krankenhausbehandlungen zusammengenommen im Durchschnitt nur noch 8,3 Krankenhaustage beanspruchen, verursachten psychiatrische Diagnosen ungleich längere Krankenhausaufenthalte. Dennoch ist es gelungen, die Dauer der vollstationären Versorgung seit 1990 fast zu halbieren. Seinerzeit lag die sogenannte Verweildauer in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bei 78,3 Tagen. Den 1 356 Patienten standen 356 Betten zur Verfügung, was einem Auslastungsgrad von 81,7 Prozent entspricht. Ab Mitte der 90er Jahre nimmt die Zahl der Krankenhausbehandlungen um jährlich bis zu 440 Fälle zu. Ab 1998 wurde damit begonnen, die vorhandene Bettenkapazität auszubauen.

Rund 28 Prozent der Patienten im Kindes- und Jugendalter, wurden im Jahr 2008 wegen Verhaltens- und Emotionsstörungen behandelt. Bei 25 Prozent lagen neurotische Störungen, Belastungsstörungen oder körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen vor, und knapp 10 Prozent litten an affektiven Störungen, wozu vor allem Depressionen gehören. In knapp 9 Prozent der Fälle spielte der Umgang mit psychotropen Substanzen (Alkohol und andere Rausch- und Betäubungsmittel) eine Rolle. Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren waren in 8 Prozent der Fälle Ursache für den Krankenhausaufenthalt. Jeweils rund 6 Prozent der Behandlungsfälle entfielen auf Entwicklungsstörungen sowie Schizophrenie und verwandte Erscheinungen und 5 Prozent auf Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden