Kommunen und Sportvereine im Land Brandenburg verstärken Zusammenarbeit

Die 4. Landessportkonferenz hat sich heute auf ihrer Tagung unter dem Motto "Sportverein und Kommune" in Potsdam auf gemeinsame Empfehlungen zur Stärkung des Sports in den Kommunen verständigt. Sportminister Holger Rupprecht lobte in diesem Zusammenhang das "hohe Engagement" der Kommunen.

09.11.2007 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Sowohl der Breiten- als auch der Spitzensport ist ohne die ständige und engagierte Unterstützung der Kommunen, wie wir sie im Land Brandenburg haben, nicht vorstellbar. Das ist zum einen die ideelle Unterstützung: Es gibt ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zwischen den kommunalen Entscheidungsträgern und den Sportvereinen, die auch bei angespannter Kassenlage gute, kreative Lösungen vor Ort ermöglicht", so Rupprecht. "Daneben gibt es aber auch die handfeste Förderung des Sports aus den kommunalen Haushalten. Viele der mehr als 4.500 Sportstätten im Land Brandenburg sind in den vergangenen Jahren mit massiver finanzieller Unterstützung der Kommunen und der Vereine saniert, modernisiert, erweitert oder neu gebaut worden."

Die Empfehlungen der 4. Landessportkonferenz:

1. Die Sportvereine benötigen für ihre Entwicklung verlässliche Rahmenbedingungen durch Kommunen und Land. Dazu sollen die in vielen Kommunen bereits bestehenden Arbeitskreise, Runden Tische oder Gesprächskreise zum Thema Sportentwicklung gestärkt und verstetigt werden. Das Sportministerium will sich dem Thema in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund verstärkt durch regionale Konferenzen und Workshops widmen.

2. Eine ausgewogene Sportentwicklung erfordert die Verstärkung zielgruppenorientierter Förderansätze. Dazu sollen die Sportvereine ihre Kooperation beim weiteren Ausbau der Ganztagsangebote von Schulen im Land Brandenburg anbieten, um das Interesse von Schülerinnen und Schülern an Sportprogrammen zu wecken und mehr Kinder für den Sport zu motivieren. Zudem wird den Sportvereinen empfohlen, Kooperationen mit Kindertagesstätten auszubauen. ** 3. Die Kommunen unterstützen in enger Zusammenarbeit mit dem Land den Leistungssport in den Sportvereinen und Sportverbänden.** Die unentgeltliche Nutzung der Trainingsstätten für das Landesstützpunkttraining soll – abhängig von den jeweiligen kommunalen Haushaltslagen – im Interesse des leistungsorientierten Kinder- und Jugendsports im Land Brandenburg weiter vorangetrieben werden.

4. Die Kommunen unterstützen die Sportvereine als Träger bürgerschaftlichen Engagements in der Gesellschaft aufgrund ihres wichtigen Beitrages zum Gemeinwohl. Sportorganisationen und Kommunen sollten sich weiterhin für die im Sport ehrenamtlich Tätigen einsetzen. Eine Erweiterung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements wird empfohlen. Alle Beteiligten sollen in diesem Zusammenhang prüfen, inwieweit arbeitsmarktpolitische Programme auch in der Zukunft für den Sport genutzt werden können. Auch durch die Unterstützung von Ausdauersportarten (Wandern, Radfahren, Walking) können zusätzliche Interessenten und Nachfragegruppen für Sport motiviert werden.

5. Kommunen und Vereine verstärken die Zusammenarbeit zur Entwicklung nachhaltiger, bedarfsgerechter und finanzierbarer Sportanlagen. Damt attraktive Sportangebote für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere für Kinder und Jugendliche und für die Generation 50 plus unterbreitet und der Breiten- und Gesundheitssport weiter entwickelt werden können, ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Vereinen erforderlich. Die Entwicklung der Sportstätteninfrastruktur sollte durch gemeinsame Anstrengungen der Kommunen und Vereine Eingang in lokale und regionale Entwicklungskonzepte finden.

6. Land, Kommunen und organisierter Sport engagieren sich gemeinsam mit weiteren gesellschaftlichen Kräften für die Umsetzung des Handlungskonzeptes der Landesregierung "Tolerantes Brandenburg – für eine starke und lebendige Demokratie". Die Partner wollen die Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen und lokalen Kräften stärken, um Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Gewalt zurückzudrängen. Weltoffenheit, Toleranz, Fairness, Solidarität – all das steht im Zeichen eines Sportsgeistes, für den Sportvereine, Kommunen und Land auch künftig gemeinsam eintreten wollen.

7. Sportarbeit mit Jugendlichen in Sportvereinen ist Jugendarbeit im Sport und bedarf daher der Unterstützung durch Land und Kommune. Zu den Leistungen der Sportvereine zählen Aktivitäten und Bemühungen zur Integration von Zuwanderern über ihre Vereinsangebote, präventive Arbeit sowie umfangreiche Programme zur Bildung und zur Gesundheitserziehung. So unterstützt die Brandenburgische Sportjugend diese Vereinsaktivitäten mit vielen sozialen Projekten und Initiativen wie "Integration durch Sport", "Interkulturelles Lernen" oder "Gewaltprävention". Deshalb ist es so wichtig, dass Sportvereine kommunale Unterstützung erfahren.

Die Landessportkonferenz besteht aus sechs Vertretern des Landessportbundes, je einem von den Fraktionen des Landtages benannten Vertreter, zwei Vertretern des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, je zwei Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und je einem Vertreter der Sportwissenschaft sowie der Sportmedizin. Sie berät laut Sportförderungsgesetz die Landesregierung in allen Grundsatzangelegenheiten des Sports.


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