Kultusminister Helmut Rau empfängt Bildungsdelegation aus Singapur
Nach über 18 Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Institute of Technical Education (ITE) in Singapur und dem Kultusministerium Baden-Württemberg vereinbaren beide Länder eine neue weitreichende Kooperation im Bereich der beruflichen Weiterbildung. Vom kommenden Schuljahr an werden am ITE jährlich 50 Technikerschülerinnen und -schüler zum "Staatlich geprüften Techniker" mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik ausgebildet. Entwickelt wurde das Modell gemeinsam mit den Partnerschulen des ITE, den Gottlieb-Daimler-Schulen 1 und 2 in Sindelfingen und der Carl-Benz-Schule Gaggenau. Die Initiative für diese Kooperation geht auf Kultusminister Helmut Rau und seinen Kollegen Gan Kim Yong aus Singapur zurück.
26.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDie Carl-Benz-Schule Gaggenau wird dabei als neuer Partner in die bereits seit 1992 bestehende Partnerschaft zwischen dem ITE und den Gottlieb-Daimler-Schulen aufgenommen. Sie hat als eine der führenden Schulen im Kfz-Bereich die Ausbildung zum Kfz-Techniker mitgeprägt und ist als kompetenter Partner für das ITE Singapur von großem Interesse. Minister Rau würdigte die langjährige enge Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung und lobte den konstruktiven Austausch. Baden-Württemberg hat den Stadtstaat beim Aufbau des beruflichen Schulwesens unterstützt, hat regelmäßig Bildungsexperten entsandt und war stark an der Lehrplanentwicklung beteiligt.
Unterzeichnet wird das Memorandum am heutigen Donnerstag bei einem Festakt im Neuen Schloss. "Singapur verfügt heute über das am besten strukturierte Berufsbildungssystem im asiatischen Raum. Ich bin stolz, dass wir als langjähriger Partner von Singapur wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben", sagte Rau. Singapur gehöre zu den hoch entwickelten Standorten im asiatischen Raum, das unter anderem
elektronische sowie optische Geräte exportiere und eines der größten Raffineriezentren der Erde beherberge. Singapur stelle für Deutschland auch den wichtigsten Handelspartner in der Region dar, so der Minister weiter.
Was zuvor als Projekt der Entwicklungshilfe begonnen hatte, habe sich mittlerweile zu einem Erfolgsmodell für andere Länder in der Region entwickelt. Längst sei das Projekt so gewachsen, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe erfolge. In beiden Ländern gebe es aufgrund der Infrastruktur zahlreiche Gemeinsamkeiten. Beide Länder verfügten über keine eigenen Rohstoffe, seien aber stark exportorientiert und von hoch technologisierten Produkten abhängig. Auch sei das Lohnniveau in beiden Ländern höher als im internationalen Vergleich. "Wir können auf dem globalen Markt nur konkurrenzfähig bleiben, wenn wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten innovativer und flexibler sind", sagte Rau. Gerade vor diesem Hintergrund sei eine berufliche Ausbildung auf höchstem Niveau unerlässlich.
Baden-Württemberg ist Partnerregion von Singapur. Beide Länder pflegen seit 1991 enge Kontakte im Bereich der beruflichen Bildung. Im Rahmen des Besuchs der Bildungsdelegation aus Singapur wird das Kulturabkommen zur Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung zwischen beiden Ländern in Stuttgart um weitere fünf Jahre verlängert. Schwerpunkt bei dieser Kooperation war ursprünglich der Auf- und Ausbau des beruflichen Schulwesens in Singapur. In den vergangen Jahren hat sich die Zusammenarbeit auch auf den Bereich der Schulentwicklung beider Länder erweitert und umfasst im beruflichen Bereich die Einführung des "Staatlich geprüften Technikers" unter der Lizenz von Baden-Württemberg.
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