Leselust in Rheinland-Pfalz

Bildungs- und Jugendstaatssekretärin Vera Reiß hat heute den rheinland-pfälzische Jugendbuchpreis 2010 "Goldene Leslie" T. A. Wegberg für den Roman "Memory Error" überreicht. Gekürt wurde der Preisträger-Roman von einer achtköpfigen Jugendjury und per Online-Abstimmung, an der sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz beteiligt haben. Neben einer Statue der "Goldenen Leslie" umfasst der rheinland-pfälzische Jugendbuchpreis ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.

10.11.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Die Freude und der Spaß am Lesen sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Jugendliche auch eine entsprechende Lesekompetenz erwerben. Mit Ihrem Buch, das auf sehr originelle Art die Suche eines jungen Menschen nach sich selbst und der eigenen Vergangenheit schildert, haben Sie offenbar den Nerv der Jugendlichen getroffen", lobte die Staatssekretärin bei der Preisübergabe. Lesekompetenz sei die Grundlage für die Teilhabe in unserer hoch technisierten Informationsgesellschaft. Einer aktiven und engagierten Lese- und Literaturförderung komme in Rheinland-Pfalz deswegen bildungs- wie kulturpolitisch besondere Bedeutung zu. Diese Prioritätensetzung werde an verschiedensten Maßnahmen deutlich: Die vor acht Jahren gestartete Kampagne "Leselust in Rheinland-Pfalz", die bei den Kleinsten ebenso wie bei Heranwachsenden fürs Lesen werbe, habe landesweit großen Zuspruch und die Palette der Aktivitäten in der Leseförderung sei weit gespannt. Und bundesweit beachtete Literaturpreise, die Vergabe von Stipendien für Autorinnen und Autoren beispielsweise im Künstlerhaus Edenkoben sowie Druckkostenzuschüsse des Landes für Neuerscheinungen in der belletristischen Literaturszene zeigten die Wertschätzung für die literarisch Schaffenden. "Wir kümmern uns auf ganz vielen und ganz unterschiedlichen Ebenen um das gedruckte Wort, das für die Gesellschaft im Ganzen von überragender Bedeutung ist", sagte Vera Reiß. Deshalb rege das Land mit seinen Mitteln eine aktive Lesesozialisation an und greife Literatinnen und Literaten so gut es gehe unter die Arme.

Mit großer Mehrheit hatten sich sowohl die Jugendjury als auch die Teilnehmer des Onlinevotings für das Buch "Memory Error" ausgesprochen. Der Roman sei, so die Jury, ein höchst originelles Jugendbuch mit faszinierenden Charakteren, "die mit ihren Eigenarten, Fehlern und Vorlieben dem Leser schon nach wenigen Seiten sehr vertraut und sympathisch sind." Auch sprachlich sei der Roman gelungen – er empfinde die Ausdrucksweise Jugendlicher gut nach und zeichne sich, trotz der Schwere des Themas, durch einen trockenen Humor aus. Ein Buch, das einen "weinen, lachen und nachdenken lässt", so das begeisterte Fazit der Jugendlichen.

Insgesamt waren mehr als 50 Titel von den Verlagen für den Jugendbuchpreis des Landes nominiert worden, ein Zeichen für die mittlerweile große Akzeptanz des Preises. Eine Erwachsenjury stellte aus den Einsendungen eine Shortlist aus fünf Titeln zusammen, aus der die Jugendjury dann den Sieger ermittelte.

Der Jugendbuchpreis "Goldene Leslie" wird im Rahmen der Kampagne "Leselust in Rheinland-Pfalz" vergeben und ist nach dem Maskottchen der Kampagne, der Leseratte "Leslie", benannt. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz fördert das Projekt, als Partner konnte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Rheinland Pfalz gewonnen werden. Organisiert wird die Aktion vom LiteraturBüro Mainz.

Das Buch: "Memory Error", Rowohlt 2009

Jordans Kindheit im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer war nicht gerade glücklich. Aber wieso findet er sich plötzlich mitten in Berlin wieder, wo er niemanden kennt? Hat er etwas mit dem Brand seines Elternhauses zu tun, bei dem sein Vater ums Leben kam? Was ist aus seinem Bruder geworden, der vor Jahren spurlos verschwand? Bei der Suche nach den fehlenden Stücken seines Gedächtnispuzzles findet Jordan Unterstützung bei einem zynischen Psychotherapeuten, einem tablettensüchtigen Gothpunk und bei der schönen Natalie. Doch erst eine unerwartete Begegnung sprengt die Blockade … T. A. Wegberg wurde in Krefeld geboren und füllte schon im Alter von drei Jahren die Schulhefte seines großen Bruders mit erfundenen Buchstaben. Bücher trugen mehr zu seiner Erziehung bei als Eltern und Lehrer, deshalb studierte er Germanistik und Anglistik und wurde freier Lektor, um den ganzen Tag lesen zu können. 2009 erhielt er für "Memory Error" den Literaturförderpreis des Freien Deutschen Autorenverbandes sowie für weitere Texte den Rheinsberger Literaturpreis und den Brandenburgischen Literaturpreis. T. A. Wegberg lebt in Berlin und arbeitet ehrenamtlich in der Beratung für Jugendliche in Notsituationen.


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