Rund jeder fünfte Einwohner Bayerns hat einen Migrationshintergrund
Im Jahr 2007 verfügten im Freistaat Bayern nach Meldung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung rund 2,40 Millionen Einwohner über einen Migrationshintergrund, darunter 1,69 Mill. Einwohner mit eigener Migrationserfahrung. Oberbayern wies unter den sieben bayerischen Regierungsbezirken mit rund 23 Prozent den höchsten Migrantenanteil an der Gesamtbevölkerung auf. In der Landeshauptstadt München lag der Anteilswert bei 35 Prozent, in Nürnberg bei 38 Prozent und in Augsburg sogar bei knapp 40 Prozent.
26.11.2008 Bayern PressemeldungSeit dem Jahr 2005 können mit Daten des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, Untersuchungen zum "Migrationshintergrund" durchgeführt werden. Als Menschen mit Migrationshintergrund gelten dabei Personen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder im Ausland geboren wurden und seit 1950 zugewandert sind oder die einen Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben bzw. bei denen ein Elternteil aus dem Ausland zugewandert ist.
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, verfügte in Bayern im Jahr 2007 nahezu jeder fünfte Einwohner (rund 19 Prozent bzw. 2,40 Mill. Einwohner) über einen Migrationshintergrund. Weit mehr als zwei Drittel dieser Personen (70 Prozent) besaßen eine eigene Migrationserfahrung. Von den im Freistaat lebenden 2,40 Mill. Zugewanderten und ihren Nachkommen hatten 1,18 Mill. (49 Prozent) eine ausländische und 1,22 Mill. eine deutsche Staatsangehörigkeit. Gut 28 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund waren jünger als 20 Jahre; bei den Menschen ohne Migrationshintergrund waren es dagegen nur rund 18 Prozent. Entgegengesetzt verhält es sich bei den 65-Jährigen oder Älteren. Zu dieser Altersgruppe zählte nur rund jeder zehnte Einwohner mit Migrationshintergrund, aber gut jeder fünfte Einwohner ohne Migrationserfahrung.
Insgesamt hatte mehr als ein Drittel (34 Prozent) aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund, darunter 95 Prozent ohne eigene Migrationserfahrung. Von den unter 20-Jährigen mit Migrationshintergrund besaßen immer noch über 80 Prozent keine eigene Migrationserfahrung. Erst ab einem Alter von 20 Jahren kehrte sich dieses Verhältnis um und es verfügten mehr Einwohner mit Migrationshintergrund über eigene Migrationserfahrungen. Besonders ausgeprägt zeigte sich dieses bei den 35-Jährigen oder Älteren. Knapp 96 Prozent von ihnen besaßen eine eigene Migrationserfahrung. Unter den sieben bayerischen Regierungsbezirken wiesen Oberbayern und Mittelfranken mit 23 bzw. 22 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Migrationserfahrung auf. Demgegenüber lagen die Anteilswerte in der Oberpfalz und Oberfranken mit 12 bzw. 13 Prozent am niedrigsten. In den drei größten bayerischen Städten München, Nürnberg und Augsburg lagen die Anteilswerte sogar bei 35 Prozent, 38 Prozent bzw. knapp 40 Prozent.
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