Schavan: "Wir modernisieren die deutsche Forschungsflotte"
Der Weg für den Bau eines neuen großen Forschungsschiffes in Deutschland ist frei: Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat am Donnerstag in Berlin die Verwaltungsvereinbarung über den Neubau eines Nachfolgers für das Forschungsschiff SONNE unterschrieben. Zuvor hatten die Minister aus den Küstenländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Vereinbarung unterzeichnet. "Wir starten gemeinsam die Modernisierung der deutschen Forschungsflotte, um die Spitzenstellung unserer Meeresforschung weiter auszubauen", sagte Schavan.
18.12.2008 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und ForschungWegen des drohenden Klimawandels wird das Erforschen der Ozeane immer wichtiger. Denn die Weltmeere haben großen Einfluss auf das Klimageschehen. Grundlage für die hervorragende Position der deutschen Meeresforschung ist außer der besonderen Exzellenz der Wissenschaftler hier zu Lande eine Flotte von leistungsstarken Spezialschiffen.
Die Baukosten für das neue Forschungsschiff sind mit 110 Millionen Euro veranschlagt. Davon übernimmt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 90 Prozent, die Länder tragen gemeinsam zehn Prozent. Die Küstenländer haben sich auf Niedersachen als Sitzland und Wilhelmshaven als Heimathafen verständigt. Den zukünftigen Betrieb des Forschungsschiffes wird das BMBF komplett tragen.
"Angesichts der Finanzkrise müssen wir gerade jetzt in unsere Zukunft investieren", sagte Ministerin Schavan. "Dazu gehört auch, dass wir mit dieser Ausschreibung für die deutschen Werften ein positives Signal aussenden. Zudem freue ich mich besonders, dass wir zunächst mit dem Nachfolger der SONNE, danach aber auch kontinuierlich mit weiteren Schiffsneubauten, einen starken Impuls für die maritime Wirtschaft geben werden."
Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, dankte der Bundesregierung im Namen der norddeutschen Länder, dass sie diesen Bau gemeinsam mit den Ländern möglich macht. "Mit der Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung geben wir den Startschuss für den Neubau eines wichtigen Tiefseeforschungsschiffes. Ich freue mich sehr darüber, dass Niedersachsen erstmals ein großes Forschungsschiff beheimaten wird. Vor allem jedoch wird dieses Schiff die Meeresforschung für uns alle voranbringen."
Das neue Forschungsschiff soll im Jahr 2013 das aus der Fahrt gehende Tiefseeforschungsschiff SONNE ablösen. Das Haupteinsatzgebiet wird wie bei der FS SONNE der Indische und der Pazifische Ozean werden. Das Schiff soll energieeffizient und damit besonders umweltfreundlich sein. So soll das Schiff möglichst die neuartige Segeltechnologie Sky Sail nutzen und Brennstoffzellen sowie intelligentes Motoren- und Antriebsmanagement einsetzen.
Wie das neue Schiff heißen soll, steht noch nicht fest. Hier setzt das Forschungsministerium ganz auf die Kreativität der jungen Menschen: Mit einem Schülerwettbewerb, den Ministerin Schavan ausrufen wird, soll der Name schließlich gefunden werden.
Gleichzeitig zur Unterzeichnung wurde der europaweite Teilnahmewettbewerb für den Schiffsneubau und die Vergabe an eine Reederei gestartet. Ziel ist es, fünf geeignete Kandidaten auszuwählen, die Mitte 2009 zur Abgabe eines Angebots aufgefordert werden sollen. Die Strategie für die Modernisierung der Forschungsflotte haben das Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) gemeinsam mit der Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Ozeanographie formuliert. Gleichwohl hat das BMBF den Wissenschaftsrat gebeten, die vorgelegte Strategie im Ganzen zu bewerten. Für das Nachfolgeschiff der SONNE wird ein vorgezogenes Votum im Mai 2009 erwartet.
Die Informationsbroschüre steht ab Montag im Internet unter www.fz-juelich.de/gm/vol.
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