Schulbücher sind wichtig, weil....

(bikl/hf) Lediglich 20 Euro wurden im Jahr 2006 von den Ländern und Kommunen pro Schüler für Schulbücher und Unterrichtssoftware ausgegeben. Und auch den Familien war das Unterrichtsmaterial nicht viel mehr wert: Sie investierten im Durchschnitt nur 22 Euro pro Schüler. Da stellt sich schon mal die Frage nach der Bedeutung von Schulbüchern. Der Duden-Verlag will es genauer wissen und schickt sein mobiles Videoteam Duden Web-TV los, um Statements zum Thema Schulbücher zu sammeln.

12.03.2007 Artikel
  • © duden.de

Werden Schulbücher überhaupt noch gebraucht? Der Start der groß angelegten Umfrage des Mannheimer Verlags auf der didacta 2007 in Köln brachte ein eindeutiges Votum: Ja. Die Statements aller Interviewten lassen sich im Portal www.schulbuecher-sind-wichtig-weil.de anschauen.

Barbara Sommer, Ministerin für Bildung in Nordrhein-Westfalen, erinnert sich an ihre eigene Schulzeit, da hieß es: "Buch macht kluch." Die Ministerin meint: "Bücher sind ein Schatz, sie sind etwas Wertvolles, auf das man sich beziehen kann." Auch Schauspieler Peter Lohmeyer will nicht ohne sie sein: "Man hat was in der Hand und kann was nachschlagen." Lohmeyer, mit Filmen wie "Das Wunder von Bern" oder "Am Tag als Bobby Ewing starb" und markanten Rollen im Fernsehen bekannt geworden, hat kurz vor dem Abitur die Schule abgebrochen und sogleich mit seiner Schauspieler-Karriere begonnen. Er schränkt ein: "Kommt natürlich darauf an, wie Schulbücher gemacht sind." Lohmeyer fordert übergreifende Themen auch in den Büchern und nicht nur rein fachbezogene Lektionen.

Die sehr spontan wirkende Umfrage auf der didacta brachte dem Schulbuch also große Zustimmung. Kunststück, wurden doch vor allem Lehrerinnen und Lehrer auf der Messe befragt. Und doch gab es bisweilen kritische Töne und witzige Einsichten. Petra Oberhofer von der Julius-Springer-Schule in Heidelberg weiß es genau: "Ich finde Schulbücher was ganz Tolles, weil man sie sich als Mädchen von Jungs nach Hause tragen lassen kann." Na also, die kiloschweren Schultaschenbeschwerer erfüllen doch einen Sinn. Tabea Thomaschke von der Fachschule für Sozialpädagogik kritisiert: "Bücher sind wichtig, weil sie Dinge visuell veranschaulichen. Aber leider sind die meisten Schulbücher ziemlich langweilig gestaltet." Ricarda Hampel findet Schulbücher wichtig, weil es die einzigen Bücher sind, die Kinder heute in die Finger kriegen.

Noch mehr Statements und anregende Einsichten gibt e auf der von Duden speziell eingerichteten Website mit kurzen Videoclips der Befragten. Wir wissen zwar nicht, was Wladimir Dolgopolyi auf Ukrainisch sagt. Aber als Quintessenz bleibt: Lehrerinnen und Lehrern auf der Bildungsmesse in Köln kämen im Leben nie auf die Idee, dass Schulbücher einmal durch andere Medien verdrängt werden könnten. Andreas Viehoff von der Comenius-Schule ist sich sicher: "Schulbücher sind immer wichtig gewesen und werden immer wichtig bleiben."

Die nächsten Statements zum Schulbuch wird das TV-Team auf der Leipziger Buchmesse vom 22. bis 25. März 2007 sammeln.


Weiterführende Links

  • Schulbücher sind wichtig, weil ...

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden