Sprachen sterben aus
(redaktion) Kostenlose Hindi-Schnupperkurse in Wien, Französisch in Aachen und ein Fest der Sprachen in Prag – Wettbewerbe, Tanzdarbietungen, Sondersendungen im Radio und Fernsehen sowie Konferenzen über Spracherwerb und interkulturelle Verständigung: Quer durch Europa bieten sich heute, am Europäischen Tag der Sprachen 2008, vielfältige Möglichkeiten, mehr über Fremdsprachen zu erfahren und die Lust am Lernen und Sprechen zu entdecken. Die feierliche Stimmung wird allerdings getrübt: Rund 50 Sprachen sind nämlich nach Auskunft von Wissenschaftlern weltweit jährlich vom Aussterben bedroht.
26.09.2008 ArtikelZwar sei das an sich ein normaler Prozess, dieser habe sich aber im Laufe des 20. Jahrhunderts dramatisch beschleunigt, wird Prof. Nikolaus Himmelmann vom Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft der Universität Münster heute von dpa zitiert.
Wenn Sprachen verschwinden, geschehe dies innerhalb von drei Generationen: Die erste beherrsche noch zwei Sprachen, etwa Deutsch und Plattdeutsch. Es werde allerdings nur eine davon an die Kinder weitergegeben. Diese könnten dann beispielsweise zwar noch "Platt" verstehen, aber nicht mehr sprechen. Mit den Enkeln sei die Sprache dann schon tot, berichtet dpa.
Himmelmann ist Vorsitzender Gesellschaft für bedrohte Sprachen (GBS), deren Ziel es ist, diesem Trend zum Aussterben entgegenzuwirken. Nach Schätzung des Vereins wird ein Drittel der rund 6500 Sprachen, die zur Zeit noch weltweit gesprochen werden, innerhalb der nächsten Jahrzehnte aussterben.
Weiterführende Links
- Gesellschaft für bedrohte Sprachen
- Verständigung in der Vielfalt: Sprachen im Europaparlament
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