Studie: Handymissbrauch steigt an

(bikl.de/pm) 29 Prozent der Handybesitzer zwischen zwölf und neunzehn Jahren haben schon einmal mitbekommen, dass eine Schlägerei mit dem Handy gefilmt wurde. Inzwischen ist jeder dritte Junge und jedes vierte Mädchen mit diesem unter dem Namen "happy slapping" bekannten Phänomen in Berührung gekommen. Hauptschüler berichten häufiger von solchen Vorkommnissen als Realschüler und Gymnasiasten.

03.12.2007 Artikel

Dies sind Ergebnisse der JIM-Studie 2007, die jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 94 Prozent aller Jugendlichen haben ein Mobiltelefon. Die breite Ausstattung technischer Möglichkeiten wie Datentausch oder Foto- und Videofunktionen ermöglicht dabei zunehmend missbräuchliche Anwendungen. Tatsächlich hat ein Drittel der jugendlichen Handybesitzer im Freundeskreis schon einmal den Austausch von gewalthaltigen oder pornografischen Inhalten mitbekommen. Jeder zehnte Jugendliche war selbst betroffen und bekam solche jugendgefährdenden Inhalte auf sein Handy geschickt.

Der Datenaustausch wird durch die gute Ausstattung der Handys begünstigt - zwei Drittel aller Jugendlichen haben ein Handy mit Bluetoothschnittstelle, die den kostenfreien Austausch ermöglicht. Vier von fünf Jugendlichen können mit ihrem Handy ins Internet gehen und haben eine integrierte Kamera.

"Das Handy ist als multimediale Plattform für Jugendliche von großer Bedeutung, die Ergebnisse bestärken uns, hier weiter in die Forschung zu investieren und das Handy als wichtiges Jugendschutzthema zu begreifen. Wir nehmen dieses Thema ernst und mit dem Angebot www.handysektor.de gibt der Medienpädagogische Forschungsverbund Süwest gemeinsam mit der LfM Nordrhein-Westfalen Jugendlichen wichtige Tipps im Umgang mit mobiler Kommunikation" so Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation bei der Vorstellung der Studie in Mannheim.

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest bildet seit 1998 das Medien- und Freizeitverhalten der Jugendlichen zwischen 12- bis 19 Jahren in Deutschland ab. Der Medienpädagogische Forschungsverbund ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).


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