Tagung "Mauer und Grenze – Denkmal und Gedenken" in Berlin eröffnet

"Es gibt kollektive Ereignisse im Gedächtnis von Menschen und Völkern, die tiefer verwurzelt sind als dies der Anschein der Gegenwart glauben lässt. Auch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall sind bei vielen von uns Bilder und Gefühle an die deutsche Teilung, die oft zugleich auch eine familiäre Trennung gewesen ist, wach und lebhaft", sagte die Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK), Dr. Eva-Maria Stange, heute in Berlin. Anlass war die Tagung des DNK zum Thema: "Mauer und Grenze – Denkmal und Gedenken".

11.05.2009 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Deutsche in Ost und West seien von den Folgen und den Auswirkungen der deutschen Teilung ganz unterschiedlich betroffen gewesen, so Dr. Stange. Sie mahnte vor diesem Hintergrund an, differenzierter zwischen subjektiver und objektiver Betroffenheit sowie zwischen individueller und kollektiver Betroffenheit sowohl in Ost als auch West zu unterscheiden.

Dabei gehe es in besonderer Weise um die Frage nach den kollektiven und individuellen Auswirkungen des Mauerbaus auf die Mehrheit der in der DDR lebenden Bürger, die Einschränkung der persönlichen Freiheit, wie sie nach den Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte jedem Menschen zugebilligt werde. Dennoch hätten die in der DDR lebenden Menschen ein wahrhaftes Leben geführt, auch wenn die Umstände alles andere als wahrhaft waren. Dies gelte es vor allem bei der Beurteilung von Biografien aus dieser Zeit mit dem Wissen von 20 Nachwendejahren zu berücksichtigen.

"Mauern sind Zeichen der Ausweglosigkeit. Sie beenden die auf Wissens- und Kulturaustausch beruhenden Beziehungen zwischen Menschen und Nationen in dramatischer Weise." Dass diese Beziehungen nur zeitweilig durch Mauern aus Beton, die Mauern im Denken voraussetzen, unterbunden werden könne, zeige die Berliner Mauer und ihr Fall einmal mehr.

Belegexemplar erbeten an:
Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Graurheindorfer Str. 198, 53117 Bonn
Fax-Nr.: 0228 99 / 681 3802
Email:


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden