VBE zum Höhepunkt der närrischen Tage: Besser rote Papp- statt Schnapsnasen
Die Landesregierung lässt zurzeit prüfen, ob der Alkoholverkauf an Jugendliche in der Nacht gesetzlich untersagt werden kann. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg, nimmt die bevorstehende "heiße Phase" der närrischen Tage zum Anlass, Jugendliche davon zu überzeugen, dass es ausgelassene Fröhlichkeit und Geselligkeit auch ganz ohne Hochprozentiges geben könne.
30.01.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Wenn in unserer Gesellschaft keine Feier, kein Stehempfang, keine Beförderung, keine Prunksitzung ohne die entsprechende Menge Alkohol über die Bühne geht, darf man sich nicht wundern, wenn auch Kinder und Jugendliche meinen, grundsätzlich zu Alkoholischem greifen zu müssen, um richtig ausgelassen und fröhlich feiern zu können", behauptet der VBE-Chef.
Von Kindergeburtstagen mit "versüßten Bieren" und Alcopops bis hin zum Kampftrinken und Komasaufen Jugendlicher mit harten Drinks reiche die Palette alkoholbedingter Fehltritte; weiß der VBE-Vorsitzende, wobei das Einstiegsalter der Konsumenten sinke. Wenn Schüler kifften, Ecstasy und ähnliche Drogen konsumierten, würden Eltern schneller rot sehen. Alkoholmissbrauch werde jedoch zu oft leichtfertig als notwendiges Ritual zum Erwachsenwerden mehr oder weniger toleriert - vor allem bei männlichen Jugendlichen.
Dass es Geselligkeit und Spaß auch ohne Alkohol gebe, könnten sich manche gar nicht vorstellen. Gesellschaftliche Ereignisse wie Beförderungen oder Jubiläen einmal ganz ohne Hochprozentiges zu begehen, sei für viele schlichtweg undenkbar, behauptet der VBE-Chef. Karg hält es für richtig, wenn bei Feiern auch nicht-alkoholische Getränke offen angeboten werden, so dass sich niemand dafür "entschuldigen" müsse, keinen Alkohol trinken zu wollen. Karg wörtlich: "Es geht nicht darum, den Alkohol zu verteufeln, der, in Maßen getrunken, selbst von Medizinern gelegentlich empfohlen und auch genossen wird." Es sei aber notwendig, in den Elternhäusern und Schulen frühzeitig auf die Suchtgefahr und die katastrophalen Folgen des Alkoholmissbrauchs hinzuweisen. Der VBE-Vorsitzende rät allen Schülern, sich jetzt in der Hochzeit des Faschings die roten Nasen nur aufzusetzen und sich diese nicht anzutrinken.
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