117 Schulen beteiligen sich an "Aktion Tagwerk"
Über 12.000 Schülerinnen und Schüler von 117 brandenburgischen Schulen neh-men heute mit vielfältigen Aktionen an der "Aktion Tagwerk" teil. Die Schülerinnen und Schüler werden einen Tag lang jobben oder sich auf andere Art und Weise für einen Grundschulbau im afrikanischen Burundi engagieren. Die Aktion Tag-werk findet unter der Schirmherrschaft von RBB-Intendantin Dagmar Reim und Bildungsminister Steffen Reiche statt.
22.06.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Die Aktion Tagwerk ist weit mehr als eine symbolische Geste. Sie fordert persönlichen Einsatz und führt zu konkreten Ergebnissen in einem der ärmsten Länder der Welt", sagt Intendantin Reim. *Über diese Anstrengung werden wir in unserem Programm berichten. Ich freue mich aber auch besonders darüber, dass der Rundfunk Berlin-Brandenburg ganz praktisch dabei ist: brandenburgische Schülerinnen und Schüler arbeiten bei unserem Jugendprogramm Fritz und auch in den Studios in Frankfurt (Oder) und Cottbus. Den Tagesverdienst spenden sie dann für die gute Sache. Ich drücke die Daumen für den Erfolg der Aktion Tagwerk. Wir im RBB wollen dazu beitragen." "Das soziale Engagement tausender Schülerinnen und Schüler zur Aktion Tagwerk widerlegt erneut das Bild einer egoistischen und unpolitischen Jugend", sagt Bildungsminister Reiche. Viele Schülerinnen und Schüler sind dann bereit, gesellschaftlich aktiv zu werden, wenn das Projekt konkret und überschaubar ist. Das hat schon die letzte Shell-Jugendstudie belegt und wird in der Aktion Tagwerk nochmals deutlich."
Aktion Tagwerk: Worum geht es?
Die Aktion Tagwerk basiert auf der Grundidee eines mehrstündigen sozialen En-gagements von Schülerinnen und Schülern aus dem Land Brandenburg für gleich-altrige Kinder und Jugendliche in dem afrikanischen Land Burundi. Viele Teilneh-merinnen und Teilnehmer sind kreativ, um den Aktionstag zu gestalten: Die jüngeren Schüler, die noch nicht arbeiten dürfen, veranstalten einen Solidaritäts-marsch *Go for Burundi" (Solidaritätsmarsch, bei dem Schüler pro gewandertem Kilometer von Sponsoren/Verwandten Geld erhalten) oder ein gesponsertes Sportfest, verkaufen burundische Spezialitäten auf einem Schulfest oder säubern als *Dreckteufelchen" gemeinsam ein Waldstück für den Bürgermeister. Auch Lehrer lassen ihre Schüler an diesem Tag nicht alleine arbeiten und beteiligen sich an der Aktion Tagwerk. Über 8.000 Schülerinnen und Schülern haben sich gemeldet, die sich heute, am 22. Juni, in einem bezahlten Tagesjob engagieren. Etwa 1.400 Kinder und Jugendliche werden voraussichtlich für die Gleichaltrigen in Burundi einen Solidaritätsmarsch "Go for Burundi" veranstalten, eine andere Aktionsform haben sich ca. 2.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfallen lassen.
Einige Schulen bei denen die Schüler jobben gehen:
Helmholtz-Gymn. Potsdam
Montessorischule Niederbarnim
Priv. Gym. im Stift Neuzelle
Exin-Gesamtschule Zehdenick
Gesamtschule Westend
Seeschule, Freies Gymn.
Int. koop. Pestalozzi-Schule
Barnim-Gymnasium
Sandower RS
Gesamtsch. mit integ GS Basdorf
Privatgymnasium des BBZ e.V.
Werner-Seelenbinder-Gymn.
Einstein-Gymnasium
Paul-Fahlisch-Gymn.
Fachschule fur Sozialwesen
Marie-Curie-Gymnasium
Max-Kienitz-Schule
Max-Steenbeck-Gymn. Cottbus
Espengrund-Gymnasium Potsdam
Sängerstadt-Gymnasium
Gesamtsch. Doberlug-Kirchhain
Realschule Bruno H. Börgel
Rouanet-Gymn.
Voltaire-Gesamtschule Potsdam
Realschule Bernau
Das Ziel
Das Thema *Entwicklungszusammenarbeit und Süd-Nord-Problematik" soll in den Schulen thematisiert werden. Die *Tagelöhner" zeigen sich solidarisch mit gleichaltrigen Menschen, die es ungleich schwerer haben - sie tragen damit einen Denkanstoß über die Schulmauern hinweg zu den Arbeitgebern und in die Öffentlichkeit. Dank der großen Presseresonanz (von regionalen Zeitungen bis zu den bundesweiten Fernsehsendungen) wurden schon im vergangenen Jahr sehr viele Menschen erreicht.
Nicht nur durch die Vor- und Nachbereitung in den Klassen erfüllt die Aktion auch den Bildungsauftrag. Der Tagesjob kann auch ein "Schnupperpraktikum" sein , er bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, erste Blicke in die Arbeits-welt zu werfen und dabei wichtige Erfahrungen zu sammeln. Mit den Erlösen soll ein Grundschulbau der "Fondation Stamm" in Burundi finan-ziert werden. Projektleiterin ist die aus Wiesbaden stammende Verena Stamm. Um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Sinn ihrer Hilfe transparent zu machen, steht für die Schulen ein Folienvortrag samt Beschreibung bereit.
Beispiele, wie brandenburgische Schulen heute aktiv werden
Einige Schulen die einen "Go for Burundi" veranstalten
Gesamtsch. Doberlug-Kirchhain
Paul-Fahlisch-Gymn.
Sõngerstadt-Gymnasium
Realschule Elsterwerda
Realschule Schwanebeck
Städtische Grundschule Calau
Am Friedrich-Engels-Gymnasium in Senftenberg gibt es anlässlich des Schulfestes ein Konzert, der Erlös geht an die Aktion Tagwerk. Mit einem Umzug wird die Tanz- und die Musik-AG des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Fürstenwalde aktiv. Die Eltern der Grundschüler aus Perwenitz können sich auf einen Präsentations-tag freuen, der nach der Projektwoche stattfindet. In der Schule am Sonnenhof gibt es am Tag der offenen Tür viel über Burundi zu erfahren und viel für die Akti-on Tagwerk zu tun. Als *Dreckteufelchen" verkleidet säubern die Anne-Frank-Grundschüler aus Sperenberg ein Waldstück - ihr Bürgermeister spendet als Belohnung etwas an die Aktion Tagwerk. Auch wer am Barnim-Gymnasium noch nicht jobben darf, wird den Forst vom Müll befreien. 385 EUR will die Schule insgesamt einnehmen. Ähnliches plant die Grundschule in Halbe. Die integrativ-kooperative Pestalozzi-Schule Birkenwerder war schon aktiv: Hier haben die Dreckteufel bereits 531,70 Euro gespendet - ein zweiter Teil soll folgen.
Eine Gemeinsamkeit haben die folgenden Schulen: Die Reinhard-Lakomy-Grundschule Cottbus, die evangelische GS Brandenburg (Havel), die GS Gilden-hall, GS Eiche *Ludwig Renn", die GS Sadenbeck, die 20. GS Cottbus und die Jüngeren der Gesamtschule Wandlitz spenden den Erlös ihres Flohmarktes, des Bazars oder des Kuchenverkaufs an die Aktion Tagwerk. Die Voltaire-Gesamtschule Potsdam will neben ihrem Engagement für Afghanistan auch an der Aktion Tagwerk teilnehmen. Am Paul-Gerhardt-Gymnasium Lübben wird ein alternatives Sportfest stattfinden. Etwas Besonderes geschieht auch an der Neddermeyer-GS Oranienburg: Nicht Schüler gehen arbeiten, sondern Lehrer. Sie verkaufen Pizza, planen Aktionen und spenden das Geld.
Alle Infos auch auf: www.aktion-tagwerk.de
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