Amtskellerei in Stadtlauringen in neuem Glanz
Als "Paradebeispiel für gelungenen Denkmalschutz" hat Bayerns Kunstminister Thomas Goppel die restaurierte Amtskellerei in Stadtlauringen, Landkreis Schweinfurt, am Freitag beim Festakt zur Gesamtinstandsetzung des Bauwerks bezeichnet.
22.09.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und KunstGoppel: "Stadtlauringen ist um ein beeindruckendes Schmuckstück reicher geworden." Amtshaus, Fürstenbau und Schüttbau bilden einen Denkmalkomplex von überregionaler Bedeutung, der nun einer zeitgemäßen Nutzung übergeben wurde. Mit der Gemeindebücherei im Amtshaus und hochwertigen Veranstaltungsräumen in Fürstenbau und Schüttbau profitierten vor allem die Menschen in Stadtlauringen und Umgebung von der Renovierung, unterstrich der Minister. Die Restaurierung der Amtskellerei in Stadtlauringen wurde in den vergangenen Jahren mit rund 930.000 Euro aus dem Entschädigungsfonds für Denkmalpflege bezuschusst. Der Entschädigungsfonds wird gemeinsam vom Freistaat Bayern und den Kommunen getragen.
Der in einzigartiger Vollständigkeit erhaltene Gebäudekomplex der ehemaligen würzburgischen Amtskellerei liegt im südöstlichen Winkel der früheren Stadt¬befestigung und besteht aus der Kellerei, der Zehntscheune, dem sog. Fürstenbau und dem Schüttbau. Die überdimensionale Dachfläche und die reich verzierten Schmuckgiebel des Schüttbaus prägen das Stadtbild. Der Baukörper selbst zeigt sich, in strengen Bauformen der Spätrenaissance. Im Innern blieb die eindrucksvolle Holzkonstruktion der ehemaligen Schüttböden im ursprünglichen Zustand erhalten. Von höchster Qualität und kunsthistorischer Bedeutung ist der Wandstuck des ehemaligen Amtszimmers im Obergeschoss. Die fürstbischöfliche Amtskellerei wurde bereits im Jahr 1579 von Rotenstein nach Stadtlauringen verlegt. In der Folge entstand 1606 das eigentliche Kellereigebäude und wohl auch die Zehntscheune. 1628 wurde der gewaltige Schüttbau errichtet. Als Verbindungstrakt zur Kellerei entstand kurze Zeit später der sog. Fürstenbau. Erst Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Kellerei Sitz eines eigenen Amtes und blieb dies bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb der Markt Stadtlauringen den Komplex.
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