Baden-Württemberg weist mit 1,9 % (Schuljahr 2004/05) die niedrigste Quote an Klassenwiederholern bundesweit auf

"Baden-Württemberg weist die niedrigste Quote an Klassenwiederholern bundesweit auf. An der Nichtversetzung als ultima ratio halten wir fest ", sagte Kultusminister Helmut Rau am Montag (12. Juni) in Stuttgart.

12.06.2006 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Im Primarbereich belief sich die Zahl der Wiederholer im Schuljahr 2004/05 auf 1,4 %, im Sekundarbereich I auf 2,3 % und im Sekundarbereich II auf 1,8%. Das ergibt einen Gesamtdurchschnitt von 1,9 %. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 2,8%. "Diese Zahlen belegen, dass an unseren Schulen alles getan wird, um eine Versetzung zu erreichen", betonte Rau. Wenn sich bis zum Schulhalbjahr abzeichnet, dass eine Nichtversetzung droht, haben die Schulen die Möglichkeit, rechtzeitig individuelle Fördermaßnahmen einzuleiten. Die neuen Kontingentstundentafeln geben den Schulen die Möglichkeit, die nötigen Freiräume und Ressourcen dafür freizuhalten.

Außerdem gibt es in Baden-Württemberg auch das Instrument der Versetzung auf Probe. Schülerinnen und Schülern, die das Klassenziel knapp verfehlen, haben eine zweite Chance, Wissenslücken zu schließen. Die Klassenkonferenz kann im Einvernehmen mit dem Schulleiter beschließen, dass ein nicht versetzter Schüler für einen Zeitraum von vier Wochen die Aufnahme auf Probe in die nächsthöhere Klasse gestattet wird, wenn sie zur Auffassung gelangt, dass der Schüler die Mängel in den unter "ausreichend" bewerteten Fächern in absehbarer Zeit beheben kann. Die Aufnahme setzt aber eine Zielvereinbarung voraus. Sie sieht vor, dass für den Schüler in den Sommerferien ein konkreter Plan zum Nachlernen abgesteckt wird. Nach vier Wochen wird der Schüler in den betroffenen Fächern schriftlich und mündlich von einem vom Schulleiter beauftragten Lehrer getestet. Die dabei erzielten Noten ersetzen die Zeugnisnoten. "Damit setzen wir Anreiz und Anforderung in ein pädagogisch sinnvolles Verhältnis und geben den Schülerinnen und Schülern die gewünschte zweite Chance", erläuterte Kultusminister Rau das Konzept Baden-Württembergs.

Zu den von der GEW veröffentlichten Kosten, die Sitzenbleiber verursachen, ist anzumerken, dass die betroffenen Schüler in der Regel in bereits bestehende Klassen aufgenommen werden. Dadurch entstehen keine wesentlichen Mehrkosten. Die angeführten Zahlen tragen nicht zu einer sachgerechten Berechnungsgrundlage bei.


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