Deutsch-französisches Geschichtsbuch

(bikl) Schüler aus Frankreich und Deutschland können künftig aus dem gleichen Geschichtsbuch lernen. "Histoire/Geschichte: L'Europe et le monde depuis 1945 / Europa und die Welt seit 1945" ist der Titel des Lehrbuchs, das am 10. Juli in beiden Sprachen erscheint und ab Herbst für den Unterricht in den letzten 3 Klassen vor dem Abitur zur Verfügung steht.

12.05.2006 Artikel

Das neue deutsch französische Geschichtsbuch soll in allen Bundesländern und auch im Nachbarland Frankreich offizielles Lehrwerk für die gymnasiale Oberstufe - in Frankreich Classe de terminale - werden. Es umfasst die europäischen Geschichte von 1945 bis heute.

"Es ist weltweit das erste Mal, dass zwei Nationen zusammen ihre Geschichte schreiben", sagte der deutsch-französische Kulturbeauftragte und saarländische Ministerpräsident Peter Müller bei der Vorstellung der französischen Prüfauflage letzte Woche auf dem Schloss Péronne. Die deutsche Fassung liegt zurzeit den Kultusministerien zur Prüfung vor.

Die Idee zu diesem deutsch-französischen Geschichtsbuch kam nicht etwa aus der Bildungspolitik sondern von den „Betroffenen“ selbst: Am 23. Januar 2003 schlug das deutsch-französische Jugendparlament dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Jacques Chirac "ein Geschichtsbuch mit gleichem Inhalt" vor, um den Abbau von Vorurteilen zwischen Deutschen und Franzosen zu fördern.

Die Regierungen griffen die Idee auf und richteten Expertengruppen ein. Zwei renommierte Schulbuchverlage aus Deutschland und Frankreich realisierten schließlich das Projekt gemeinsam: der Ernst Klett Verlag aus Stuttgart und Editions Nathan aus Paris. Die Autoren arbeiteten in deutsch-französischen Zweierteams.

Das Buch ist in seiner deutschen und französischen Fassung sowohl im äußeren Erscheinungsbild als auch im Inhalt identisch. Mit einem Umfang von 348 Seiten orientiert es sich an den Lehrplänen der 16 Bundesländer und an dem französischen Lehrplan für die Oberstufe.

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