Deutschlands Wirtschaft braucht Migranten
"STADTwärts – Gelungene Beispiele zur beruflichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Großstädten" – unter diesem Titel lud das Netzwerk "Integration durch Qualifizierung" (IQ) am 25. Juni 2008 zu einer Tagung in die Hamburger Speicherstadt. Die zentrale Botschaft: Migrantinnen und Migranten sind ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Potenzial für deutsche Großstädte.
27.06.2008 Pressemeldung ZWH - Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V.Die Zahlen sprechen für sich: Beispielsweise in Hamburg haben fast 27 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, bei Jugendlichen beträgt der Anteil sogar 40 Prozent. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote dieser Bevölkerungsgruppe nahezu doppelt so hoch wie bei Deutschen. Ein Zustand, den Detlef Scheele, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ändern will. "Arbeit ist der Schlüssel zur Integration", erklärte Scheele den rund 90 Tagungsgästen und er betonte: "Menschen mit Migrationshintergrund bedeuten ein erhebliches Potenzial für die deutsche Wirtschaft."
Migranten als ökonomische Kraft
Die Veranstaltung zeigte deutlich: Adäquate Instrumente zur Förderung der beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten sind bereits vorhanden. Verschiedene Akteure regionaler Kompetenzzentren, die Partner im bundesweiten IQ-Netzwerk sind, stellten in den Bereichen "Beratung und Kompetenzfeststellung", "Existenzgründung" und "Berufsbezogenes Deutsch" praxiserprobte Konzepte vor, die nun implementiert werden müssen. Gesine Keßler von Weiterbildung Hamburg e.V., die Koordinatorin des Kompetenzzentrums NOBI – Norddeutsches Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten: "Unsere Arbeit zeigt, dass kulturelle Vielfalt und ökonomische Kraft eng miteinander verbunden sind." Immer mehr Unternehmen seien nicht trotz, sondern wegen migrantischer Beschäftigter erfolgreich am Markt. Als norddeutsches Kompetenzzentrum organisierte NOBI gemeinsam mit dem IQNetzwerk die Tagung in Hamburg.
Instrumente ins Regelangebot transferieren
Auf der Ebene der Umsetzung der beruflichen Integration ist vor allem die Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern der Arbeitsverwaltung, den Kammern und der Wirtschaft gefragt. Es gibt bereits viele gute Ansätze, erfolgreiche Instrumente in das staatliche Regelangebot zu transferieren. Wolfgang Fehl, Leiter des Koordinierungsprojektes IQ: "Wir sind auf einem guten Weg bereits wichtige Schritte gegangen. Aber erst wenn die Arbeit unserer Netzwerke überflüssig ist, haben wir unser Ziel erreicht."
Das Netzwerk IQ wird koordiniert durch die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk
Sternwartstraße 27-29
40223 Düsseldorf
Telefon: 0211/30 20 09-42
Telefax: 0211/30 20 09-99
Ansprechpartnerin:
Claudia Moravek
E-Mail:
ZWH ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Drei Jahre Integration durch Qualifizierung: Erfolgsmodelle der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten". Nächste Veranstaltung: 02.10.2008 in Hahn (Hunsrück). – Infos unter www.intqua.de und www.nobi-nord.de.
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