didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen über das Lernen der Zukunft
Das KI-basierte Textprogramm ChatGPT 3, das im November 2022 veröffentlicht wurde, sorgt für Furore im Bildungswesen. Die Fachwelt diskutiert intensiv über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Kontext des Lehrens und Lernens. Wie soll das Lernen und Lehren der Zukunft aussehen?
21.02.2023 Bundesweit Pressemeldung Didacta Ausstellungs- und Verlagsgesellschaft mbHdidacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen legt in der aktuellen Ausgabe den Fokus auf diese Frage und liefert einen Überblick zu zukunftsfähigen Unterrichtsmethoden. Zudem klärt didacta darüber auf, wie das Tool ChatGPT funktioniert und auf welcher Technologie der Sprachbot basiert. „Es wird die Bildung revolutionieren“, sagt Dominik Herrmann, Professor am Lehrstuhl für Privatsphäre und Sicherheit in Informationssystemen an der Universität Bamberg im didacta Interview. Dialogbeispiele im Titelthema vermitteln außerdem einen Eindruck von den Fähigkeiten des Bots und seinen Grenzen.
Nachfolgend finden Presseverantwortliche einen Auszug des Titelthema-Interviews mit den Experten für KI-gestützte Lehr- und Lernmethoden Ute Schmid und Dominik Herrmann. Das vollständige Interview ist im E-Magazin 1/2023 von didacta zu lesen. Sollten Presseverantwortliche aus der Ausgabe zitieren, ist die Quelle didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen, Ausgabe 1/2023 anzugeben. Weitere Beiträge zu KI und Fakten zum digitalen Lernen finden sich zudem im Sonderheft didacta Digital, auch als E-Mag erhältlich.
Auszug aus dem Interview:
„Die Büchse der Pandora ist geöffnet“
Predictive Analytics, KI-Chatbots, Virtual Reality – Erfindungen wie diese könnten die Bildung revolutionieren. Aber nur, wenn die Voraussetzungen stimmen, sagen zwei Experten im didacta-Doppelinterview.
didacta: In welchen Bereichen finden derzeit die größten Entwicklungen für die Zukunft des Lernens statt?
Ute Schmid: Es gibt zwei große Bereiche in der aktuellen Forschung: Der erste ist, datengetriebene Ansätze des maschinellen Lernens für Unterrichtsmanagement und Vorhersage von Leistungen zu nutzen. Intelligente Dashboards könnten Lehrkräfte zukünftig bei der Stundenplanung oder dem Monitoring von Schülerinnen und Schülern unterstützen. Basierend auf möglichst vielen Verhaltensdaten von Lernenden wird versucht, die Leistungen vorherzusagen, zum Beispiel welche Mathematiknote am Ende des Halbjahres wahrscheinlich erzielt wird. Hier spricht man von Predictive Analytics. Daran wird zum Beispiel in China schon länger geforscht. Ich sehe hier aber eher Gefahren als sinnvolle Anwendungen.
didacta: Wo liegen die Grenzen von KI?
Schmid: Immer wenn Subjektives und Interpretationen eine Rolle spielen, wird es schwierig. Das neue ChatGPT 3 System, über das alle sprechen, hat aus enormen Mengen von Texten gelernt, was die wahrscheinlichsten Abfolgen von Worten sind. Denken wie ein Mensch kann es aber nicht. Wenn sie diesem System sagen „Ich fühle mich nicht gut, ich möchte mich umbringen“, dann antwortet es: „Das tut mir leid, ich kann dir dabei helfen“. (Anm. d. Red.: Die KI meint hier nicht psychologische Hilfe, sondern Unterstützung beim Suizid). Solche Fehler und Doppeldeutigkeiten kann man bei KI nie ganz ausschließen.
Dominik Herrmann: [..] Es muss allen klar sein, dass solche Systeme zwar Fragen beantworten können, aber es kein Weltmodell im Hintergrund gibt. Pandoras Büchse ist nun geöffnet und jeder kann reinfassen. Umso wichtiger ist es, dass Schulen darüber aufklären.
Welche Bedeutung hat ChatGPT 3 für das Lernen?
Herrmann: Es wird die Bildung revolutionieren. Das Schreiben von Aufsätzen und Hausarbeiten in Schule und Uni als Grundlage für Noten wird es so nicht mehr geben. Das beschäftigt uns gerade sehr.
Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in:
didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen, Ausgabe Ausgabe 1/2023, Seite 13, www.didacta-magazin.de
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