Erste Zahlen belegen: Einführung der Oberschule führt nicht zum von Oberschul-Skeptikern befürchteten Ansturm auf Gymnasien
Mit Befriedigung sieht Bildungsminister Holger Rupprecht die ersten vorliegenden Zahlen zum Anmeldeverhalten der Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der 6. Jahrgangsstufe in die weiterführenden Schulen. Denn die Zahlen belegen, dass der von Oberschul-Skeptikern befürchtete Run auf das Gymnasium nicht eingetroffen ist. Hintergrund dieser Spekulationen war die Einführung der neuen Schulform Oberschule zum kommenden Schuljahr, die die bisherigen Realschulen und Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe ersetzt.
24.03.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgDer Anstieg von Anmeldungen auf ein Gymnasium fällt mit landesweit rund 4 Prozent relativ gering aus. Die Anmeldequote an den Gymnasien entwickelte sich in den vergangenen Jahren von 36,1 Prozent (im Jahr 2003), über 37,9 Prozent (2004) auf 42,2 Prozent bei der Anmeldung für das Schuljahr 2005/2006. Der Anstieg der Gymnasialquote über mehrere Jahre deutet darauf hin, dass Eltern bei zurückgehenden Schülerzahlen und gleichbleibenden Kapazitäten an Gymnasien vermehrt die Chancen auf einen Gymnasialplatz für ihr Kind sehen und dieses deshalb dort anmelden.
Die tatsächliche Verteilung der Schüler lag in den vergangenen Jahren bei den Gymnasien jeweils rund 3 Prozent unter den Anmeldezahlen, sodass im Bildungsministerium mit einer Gymnasialquote zum Schuljahresbeginn um die 40 Prozent für das Schuljahr 2005/2006 gerechnet wird. Für einen bundesweiten Vergleich müsste noch die Zahl der Förderschüler berücksichtigt werden, sodass man dann auf eine Gymnasialquote im Land Brandenburg von rund 35 Prozent kommt.
"Ich bin zufrieden mit diesen Zahlen, denn sie belegen, dass die Oberschule gegen manche Befürchtungen angenommen wird. Die Zahlen liegen im von mir erwarteten Rahmen und stellen keine Gefahr für ein Absinken der Leistungsfähigkeit der Gymnasien dar", sagt Bildungsminister Rupprecht.
Die Erstwünsche bei den Anmeldungen liegen für die neuen Oberschulen bei landesweit 40,6 Prozent, für die Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe bei 17,2 Prozent. Von insgesamt 13.997 Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe, die sich für weiterführende Schulen bis Mitte März angemeldet haben, haben sich 2.402 für Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe, 5.682 für eine Oberschule und 5.913 für ein Gymnasium entschieden.
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