EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A

Insgesamt rund 363.000 Euro aus dem EU-Förderprogramm für regionale Entwicklung (EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A) erhalten zwei Kulturprojekte in Frauenau und in Marktredwitz. "Das Kulturprogramm im bayerisch-tschechischen Grenzraum fördert den Austausch zwischen Bayern und Tschechien, zeigt unsere Gemeinsamkeiten als Nachbarn auf und lässt uns zusammen unsere Kultur, Geschichte und Verbundenheit in der Europäischen Union erleben", betonte Kunstminister Thomas Goppel am Dienstag in München. Knapp 238.000 Euro fließen in die Generalsanierung des Akademiekomplexes Tom´s Hall in Frauenau, 125.000 Euro unterstützen die Sonderausstellung im Egerlandmuseum Marktredwitz "Auf den Spuren eines Adelsgeschlechtes - Die Notthaffte in der Euregio Egrensis."

15.02.2005 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Sonderausstellung "Auf den Spuren eines Adelsgeschlechtes - Die Notthaffte in der Euregio Egrensis", die zeitgleich mit der Landesgartenschau 2006 stattfinden soll, informiert über das Wirken und das Alltagsleben des Adelsgeschlechts der Notthaffte, das über Jahrhunderte im Raum Eger, Thierstein und nördliche Oberpfalz eine bedeutende Rolle spielte. Die beiden Schwerpunkte der Ausstellung sind dabei auf zwei Museen verteilt: Das Mittelalter ab dem 11. Jahrhundert wird im Kreismuseum Eger dargestellt, das Ende des Mittelalters sowie den Beginn der Neuzeit bis zum Ende des 19.Jahrhunderts zeigt das Egerlandmuseum Marktredwitz. Auch nach Ende der Ausstellung soll der Dialog zwischen deutschen und tschechischen Wissenschaftlern fortgeführt und ausgebaut werden. Ein museumspädagogisches Rahmenprogramm soll Jugendliche aus beiden Ländern zusammenkommen lassen.

Das mit knapp 238.000 Euro gefördert Projekt in Frauenau (Landkreis Regen) knüpft an die Tradition der Glasherstellung der Region Bayerwald/Bömerwald an. 1987 gab der bekannte Frauenauer Glaskünstler Erwin Eisch den Anstoß zur Gründung einer internationalen Akademie für Glas und andere künstlerische Ausdrucksmedien (mit Kursen in den wichtigsten Bereichen der kalten und heißen Glasbearbeitung sowie in Malerei, Druckgraphik, Keramik usw., geleitet von renommierten Künstlern der internationalen Glas- und Kunstszene). Die Akademie verbindet die Potentiale der örtlichen Glastradition mit Anregungen aus der internationalen Studioglasbewegung und der modernen Kunst im Allgemeinen. Diese Verbindung wird in einem grenzübergreifenden Ansatz der Akademie in Kooperation mit tschechischen Partnereinrichtungen verstärkt. Sie drückt sich aber auch in hervorragender Weise durch den Unterbringungsort, einem Ensemble ehemaliger Glashüttengebäude, aus. Die Akademie hat sich zwischenzeitlich als ein Innovationszentrum von Weltruf etabliert, von dem deutliche Impulse auf die regionale Glaskunst, auf Lehreinrichtungen und das Glasgewerbe ausgehen. Der Verein plant nun die Sanierung und den Ausbau der Akademiegebäude, vor allem ihres Zentrums "Tom's Hall". Dadurch soll die Akademie langfristig gesichert und als Forum für den künstlerischen Austausch und für die grenzüberschreitende Weiterentwicklung künstlerischen Schaffens dienen.


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