Freiheitslied, wo ist dein Text?

" Die Landesregierung summt die Melodie schon lange, es fehlt aber immer noch der Text", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) anlässlich der morgigen Anhörung im Schulausschuss zum Thema "eigenverantwortliche Schule". "Ohne Text wissen wir aber nicht, welche Freiheit da eigentlich besungen werden soll."

09.05.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Das Lied von der eigenverantwortlichen Schule hat bislang offenbar nur eine Strophe, in der die künftige Rolle des Schulleiters als direkter Dienstvorgesetzter der Lehrerinnen und Lehrer besungen wird. Diese Strophe singt die Landesregierung sehr gerne und sehr laut.

"Wir hätten gerne noch ein paar Strophen mehr", so Beckmann weiter. "Wir möchten zum Beispiel etwas darüber hören, wie frei Schulen künftig in organisatorischen und pädagogischen Fragen sein werden. Wir würden gerne hören, welche Unterstützung Schulen angesichts ihrer neuen Aufgaben erwarten dürfen. Kurz und gut: wir hoffen auf einen langen Text und helfen auch gerne beim Dichten mit."

Zum Beispiel würde in eine Strophe gehören, dass Schulen ein eigenes Fortbildungsbudget erhalten und selbst entscheiden können, wer wann an welcher Fortbildung teilnimmt. In einer anderen sollte die Freiheit der einzelnen Schule besungen werden, Elternsprechzeiten so legen zu dürfen, dass sie zu der jeweiligen Nachfrage passen. An diesen Punkten schallt uns aber eher der Gesang von Unfreiheit und Gängelung ins Ohr.

"In ein Lied über die eigenverantwortliche Schule gehört auch eine Strophe darüber, wer eigenverantwortliche Schulen künftig in ihrer Entwicklung begleiten und gegebenenfalls beraten wird", so Beckmann abschließend. "Wir würden gerne hören, was man aus dem Projekt "Selbstständige Schule" gelernt hat, das jetzt angewendet werden kann. Auf diesen Text warten wir und entscheiden dann, ob wir mitsingen oder nicht."


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