Germanische Nationalmuseum Nürnberg

Mit erheblichen weiteren Kürzungen will die Bundesregierung das Germanische Nationalmuseum Nürnberg belasten. Wie Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag in München mitteilte, will der Bund seinen Zuschuss für das Nürnberger Forschungsmuseum von den in Vorverhandlungen für den Haushalt 2006 als Bedarf ermittelten 4,224 Mio. Euro auf 3,974 Mio. Euro reduzieren.

23.06.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Goppel: "Alle Jahre wieder die gleiche skandalöse Prozedur: Der Bund hat die Forschungsmittel für das Germanische Nationalmuseum Nürnberg im Jahr 2005 bereits um 230.000 Euro auf 4,013 Mio. Euro gekürzt. Jetzt will er im Jahr 2006 250.000 Euro unter den Bedarf und knapp 40.000 Euro unter den gekürzten Zuschuss von 2005 gehen." Der Minister kündigte "massiven Widerstand Bayerns gegen diese Unzuverlässigkeiten des Bundes" an. Der Bund ziehe sich Jahr für Jahr weiter aus der Finanzierung des Germanischen Nationalmuseums zurück und riskiere die Leistungsfähigkeit dieser europaweit renommierten Forschungseinrichtung, kritisierte Goppel.

Besonders unverständlich sei die Ankündigung der Bundesregierung mit Blick auf den Pakt des Bundes und der Länder für Forschung und Innovation. Bund und Länder wollen nach dem 'Pakt für Forschung und Innovation' für die außeruniversitäre Forschung künftig drei Prozent mehr zur Verfügung stellen. Das Germanische Nationalmuseum gehört als sog. "Einrichtung der Blauen Liste" zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen, ist aber als Museum innerhalb der Bundesregierung nicht bei der Bundesforschungsministerin, sondern bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien angesiedelt. Goppel: "Es kann nicht sein, dass sich die Frage 'Mehr oder weniger Mittel für die Forschung?' nach der Ressortzuordnung innerhalb der Bundesregierung beantwortet. Frau Weiß sollte endlich aufhören, aus der Reihe zu tanzen und die Forschungsmuseen existenziell zu gefährden."

Die angekündigte Mittelstreichung sei um so gravierender, als die Forschungsleistungen des Germanischen Nationalmuseums völlig unbestritten sind: Der Wissenschaftsrat hat dem Germanischen Nationalmuseum in seiner Evaluation bescheinigt, für die Erforschung der Geschichte und Kultur des deutschen Sprachraums eine unverzichtbare Rolle zu spielen, die von keiner anderen Einrichtung in vergleichbarer Breite wahrgenommen wird.


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