GEW: "Koalition endlich auf dem richtigen Weg"
"Endlich scheinen die Warnungen aller Experten zu fruchten: In der Großen Koalition mehren sich die Stimmen, die bei den Integrationskursen für Menschen mit Migrationshintergrund nachbessern wollen. Mit der diskutierten Aufstockung des Zeitvolumens der Kurse auf mindestens 900 Stunden macht sich die Regierung auf den richtigen Weg", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Mittwoch in Frankfurt a.M..
24.08.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und WissenschaftEr stellte fest, dass auch in die Frage des Kostensatzes Bewegung gekommen sei: "Mit 2,05 Euro pro Stunde und Teilnehmer lässt sich kein qualitativ hochwertiges Angebot machen. Seriöse Anbieter müssen sich bei diesem Satz zurückziehen, den Billigheimern wird Tür und Tor geöffnet. Dass geht zu Lasten der Migranten sowie der Dozentinnen und Dozenten." Überfüllte Kurse, in denen etwa Analphabeten auf der Strecke bleiben, seien an der Tagesordnung. Thöne erklärte, dass ein Kostensatz von mindestens drei Euro pro Teilnehmer und Stunde notwendig sei. Für die Dozenten verlangte er ein Mindesthonorar von 23,50 Euro pro Unterrichtsstunde.
"Unterricht ist das eine. Viele Migranten befinden sich jedoch in einer sehr schwierigen sozialen Situation. Kurs-Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchen zusätzlich sozialpädagogische Begleitung, wenn Integration von Anfang an gelingen soll", sagte der GEW-Vorsitzende. Die Bildungsgewerkschaft und der Bundesverband der Träger der beruflichen Bildung hatten vor dem Integrationsgipfel Mitte Juli eindringlich vor einem weiteren Qualitätsverlust bei den Integrationskursen gewarnt.
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