Hans-Thoma-Preis 2005 geht an Micha Ullman

Der Hans-Thoma-Preis 2005 des Landes Baden-Württemberg geht an den Stuttgarter Kunstprofessor Micha Ullman. Dies teilte Kunstminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 29. April in Stuttgart mit.

29.04.2005 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Micha Ullman hat mit seinem Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst in Baden-Württemberg geleistet und dabei große internationale Anerkennung gefunden. "Elemente wie Wasser, Stein und Erde, Licht und Stahl sind die Materialien seiner Inszenierungen und Installationen, in denen er auf beeindruckende Weise menschliches Sein und Wirken in die Koordinaten von Fläche und kosmischem Raum einbindet. Damit wirft Micha Ullman elementare Fragen auf nach der Leere, der Zeit, der Erinnerung, der Sprache und der Stille ebenso wie Fragen des Zweifels an der Gewissheit", begründete die Jury ihre Entscheidung. Dabei sei die Erinnerung, das meditierende Reflektieren der menschlichen Lebensentwürfe und Existenzbedingungen auch in ihren historischen Bezügen Anlass zu Ullmans künstlerischen Lösungen, deren Formensprache minimalistisch bleibe und international große Anerkennung gefunden habe.

Micha Ullman wurde 1939 in Tel Aviv geboren und hat 1960 bis 1964 in Jerusalem und London studiert. Nach Dozenturen in Jerusalem, Düsseldorf und Haifa und einem DAAD-Stipendium in Berlin hat er seit 1991 eine Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart inne.

Der 1949 zu Ehren des Malers, Akademie- und Galeriedirektors Hans Thoma gestiftete Hans-Thoma-Preis ist der Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg und mit 25.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet alle zwei Jahre statt und ist mit einer Ausstellung zum Werk des Preisträgers und der Herausgabe eines Kataloges verbunden. Das Land Baden-Württemberg zeichnet mit dem Preis bildende Künstlerinnen oder Künstler aus, deren Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst darstellt und die dabei überregionale Anerkennung gefunden haben und ein anerkanntes Lebenswerk nachweisen können . Die Preisträger müssen in Baden-Württemberg geboren sein oder einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens im Land haben. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury.


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