Kultusministerin Schavan: Deutsch-Israelischer Tag am 12. Mai soll Miteinander stärken und neue Impulse geben
Am heutigen Donnerstag (12. Mai) jährt sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel zum 40. Mal. Aus diesem Anlass blickte das Gymnasium Gerlingen, das eine Partnerschaft mit einer israelischen Schule unterhält, mit einer Veranstaltung auf den historischen Tag und die 40-jährige Geschichte der politischen Zusammenarbeit beider Staaten zurück. Die baden-württembergische Kultusministerin Schavan bezeichnete diesen Tag als "herausragendes Datum für die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel" und rief die Schulen des Landes dazu auf, den 12. Mai auch künftig als "Deutsch-Israelischen Tag" würdig zu begehen.
12.05.2005 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDie Ministerin mahnte, trotz des Jubiläums den Holocaust nicht in Vergessenheit geraten zu lassen: "Es gehört zu unseren Aufgaben, eine Kultur des Erinnerns zu schaffen." Die nachwachsende Generation müsse an die Unmenschlichkeit jener Zeit aufmerksam gemacht werden und vor Rechtsextremismus und Antisemitismus gewarnt werden - auch wenn die letzten Überlebenden und Zeitzeugen nicht mehr am Leben sein werden. "Um dieser Gesinnung entgegenzutreten und ihr vorzubeugen, müssen wir uns nicht nur mit dem Judentum der Vergangenheit auseinandersetzen, sondern auch mit den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Aspekten des modernen Staates Israel", so Schavan weiter. Dieses sei fest in den neuen Bildungsplänen des Landes Baden-Württemberg verankert und geschehe auf vielfältige Weise in den einzelnen Unterrichtsfächern, fächerübergreifend und durch Lerngänge zu den Gedenkstätten.
"Kein Land, keine Volksgruppe hat unter der menschenverachtenden und grausamen Herrschaft der Nationalsozialisten so gelitten wie das jüdische Volk", unterstrich Schavan. Daher scheine es wie ein Wunder, dass Deutschland und Israel den Weg des Dialogs zueinander gefunden haben. Heute, so die Ministerin, sei für uns Realität, was früher für unmöglich gehalten wurde. Dazu zählten die Reisen von und nach Israel, die Zusammenarbeit in den Bereichen der Wirtschaft, des Handels und der Wissenschaft sowie ein reger Kulturaustausch.
Der neue "Deutsch-Israelische Tag" an den Schulen des Landes, stehe für die Bewahrung der Erinnerung und für die aktive Gestaltung der deutsch-israelischen Zukunft. Es seien die Schülerinnen und Schüler von heute und die, die nachfolgen, die den zukünftigen Weg der Beziehungen zwischen den beiden Ländern bestimmten, sagte die Kultusministerin. Schulpartnerschaften wie die zwischen dem Gymnasium Gerlingen und der Har V'Gay Regional High School im israelischen Dafna schafften gute Perspektiven für die Zukunft. Schavan verwies auf die wichtigen zwischenmenschlichen Kontakte, das gegenseitige Verstehen, die Toleranz und die Freundschaften, die gerade durch Schüler- und Jugendaustausche ermöglicht werden: "Freundschaften eröffnen die Möglichkeit, sich einander besser kennen zu lernen, gemeinsam über die Vergangenheit und die Zukunft zu sprechen. Freundschaften schaffen Vertrauen und Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung".
Der Austausch deutscher und israelischer Schülerinnen und Schüler ist seit einigen Jahren nicht nur auf Grund der Sicherheitslage in Israel nur unter erschwerten Bedingungen möglich, auch die bürokratischen Hemmnisse sind derzeit relativ hoch. Ministerin Schavan erklärte, dass sich der Botschafter des Staates Israel, Shimon Stein, und die Kultusminister der Länder am 11. März 2005 darauf geeinigt haben, die bürokratischen Barrieren abzubauen, um die Zahl der Austauschschülerinnen und -schüler zu erhöhen. Darüber hinaus sei für dieses Jahr die Unterzeichnung des deutsch-israelischen Kulturabkommens geplant. Damit könnten die Partnerschaften und Kooperationen im Bildungsbereich auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden. "Hiervon erhoffen wir uns neue Impulse und eine Stärkung der bisher guten Zusammenarbeit", sagte Schavan.
Bei der Veranstaltung des Gymnasiums Gerlingen wurde den Gästen, darunter neben Kultusministerin Dr. Annette Schavan, Bürgermeister Georg Brenner und Alt-Bürgermeister Albrecht Sellner, ein Filmbericht der ersten Schülerbegegnung zwischen dem Gymnasium Gerlingen und der israelischen Partnerschule Har V'Gay Regional High School im Jahr 1997 präsentiert. Im Anschluss gab es eine Gesprächsrunde zum Thema mit Ministerin Schavan, Landrat Dr. Rainer Haas vom Landkreis Ludwigsburg und dem stellvertretenden Chefredakteur der Südwestpresse Ulm, Detlev Ahlers.
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