Neue Zielvereinbarungen für die 18 brandenburgische Schulen, die im Modellversuch MoSeS mehr Selbstständigkeit erproben

Bildungsminister Holger Rupprecht unterzeichnet heute am Oberstufenzentrum Gebrüder Reichstein in Brandenburg an der Havel neue Zielvereinbarungen mit den regionalen Schulen, die im Rahmen des Modellversuchs MoSeS mehr Selbstständigkeit erproben. In den kommenden Wochen werden weitere Zielvereinbarungen in den anderen fünf Schulamtsbezirken unterzeichnet.

05.12.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

18 Schulen im ganzen Land Brandenburg gestalten im Modellvorhaben "Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen" - MoSeS - zum Teil seit dem Schuljahr 2003/2004 ihre personal- und dienstrechtlichen, verwaltungstechnischen und betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten weit gehend selbstständig. Darin ist den Schulen beispielsweise die Befugnis gegeben, selbst Einstellungen geeigneter Lehrkräfte auf freie und besetzbare Stellen vorzunehmen. Die Kommunen haben diesen Schulen Freiräume bei der Budgetierung der Haushalte eingeräumt, sodass sich hier ein betriebswirtschaftliches Erprobungs- und Gestaltungsfeld für die Schulen eröffnet. In den nun vorliegenden neuen Zielvereinbarungen werden konkrete Ziele und Maßstäbe für die Evaluation genannt. Außerdem werden Vereinbarungen zur Mittelbewirtschaftung zwischen jeder Schule und ihrem Schulträger geschlossen. Bereits im kommenden Sommer 2006 sollen in Auswertung von Ergebnissen erste Vorschläge dafür vorliegen, welche positiv auf die Schulqualität wirkenden Effekte aus dem Modellvorhaben MoSeS auf alle Schulen des Landes übertragen werden können.

"Wir erwarten, dass mit der Stärkung der Selbstständigkeit Innovationsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Identifikation mit der eigenen Schule einhergehen und dadurch die Qualität der Schule vorangetrieben wird", sagte Bildungsminister Holger Rupprecht. "Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Diese offenkundigen Wirkungen der Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen weisen auf einen Zusammenhang zwischen effizientem Schulmanagement und der Qualität einer Schule hin. "

Folgende wesentliche Ergebnisse gibt es nach der zweijähriger Laufzeit von MoSeS:

  • Das Schulleitungsmanagement wird effizienter strukturiert.
  • Die Einstellung von Lehrkräften erfolgt unter Mitwirkung des schulischen Lehrerrates zum Schulprofil passend durch die Schulleiterin oder den Schulleiter.
  • Veränderungen des Rollenverständnisses des Lehrerrates der Schulen - von einer Individualvertretung der Lehrkräfte zu einer auf die Schule als Ganzes bezogenen Sicht.
  • Kommunikation zwischen den schulischen Gremien ist sachbezogener, zielgenauer und damit effizienter geworden.
  • Die Kommunikation zwischen Schule und Schulträger hat sich intensiviert. Das Verständnis füreinander und für den gemeinsamen Auftrag, die Voraussetzungen für schulische Bildung zu optimieren, wird bewusster wahrgenommen.
  • Verbesserung der pädagogischen Professionalität des Kollegiums durch verstärkt bedarfsgerechte Fortbildung.
  • Intensivere Nutzung der Schulverfassung, des Schulprofils und des Schulprogramms als Instrumente zur Beeinflussung des Schulentwicklungsprozesses.
  • Entwicklung und Professionalisierung einer schulischen Evaluationskultur. Die Schulen sind über MoSeS gebunden, den Verlauf des Projekts zu evaluieren und in regelmäßigen Abständen zu berichten. In diesem Zusammenhang sind Instrumente der Prozesssteuerung auszuwählen, zu erproben und zu werten.
  • Erhöhung des Identifikationsgrades der Lehrkräfte mit "ihrer" Schule.

Weitere Informationen zu MoSeS im Internet-Angebot des Bildungsministeriums: www.mbjs.brandenburg.de > Bildung > MoSeS


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