Pflegeausbildungen auf neuem Kurs
Die Fortschritte in Pflegewissenschaft und Medizin und der steigende Fachkräftebedarf müssen sich in der Entwicklung der Pflegeberufe widerspiegeln. Mittlerweile arbeiten Altenpfleger/innen und Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in vielen Bereichen eng zusammen und nehmen oft gleiche pflegerische Aufgaben wahr.
12.11.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendWelchen Kurs müssen wir aufnehmen, um die Pflegeberufe richtig in die Zukunft zu steuern? Antworten auf diese Frage soll ein breit angelegtes Praxisprojekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geben. In acht unterschiedlichen Modellen wird erprobt, wie die Ausbildung in der Altenpflege einerseits und die Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege andererseits zusammengeführt werden können. Bildungsziel ist die Pflege alter Menschen. In den Modellprojekten, die im November 2004 starten und die bis Mitte 2008 laufen, geht es sowohl um Kooperationsformen zwischen den jeweiligen Schulen als auch um die konkrete Umsetzung gemeinsamen Unterrichts und gemeinsamer praktischer Ausbildungsabschnitte.
Dazu erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt: ''Die Pflegeberufe gehören zu den wichtigsten Dienstleistungsberufen der Zukunft. Wir müssen besondere Anstrengungen unternehmen, um den steigenden Bedarf an Pflegefachkräften zu decken. Dies ist eine große Herausforderung, aber auch eine Chance für Innovationen. Um den Berufsnachwuchs zu sichern und eine hohe Pflegequalität zu gewährleisten, brauchen wir moderne Berufsprofile und attraktive Ausbildungen auf hohem Niveau. Mit dem Altenpflegegesetz des Bundes und der Novellierung des Krankenpflegegesetzes wurden bereits wichtige Fortschritte erzielt. Für die Zukunft stellt sich jedoch die Frage der gemeinsamen Weiterentwicklung der Pflegeberufe. Hier sind berufsübergreifende Perspektiven gefragt. Das Modellvorhaben soll neue Ansätze bieten. Ich erwarte praxisbezogene Erkenntnisse und Empfehlungen für einen zukünftigen Kurs der Pflegeausbildungen. Das kann sowohl Ausbildungsinhalte wie auch Kooperationsformen betreffen, die zur Verbesserung der Ausbildungen im Rahmen der jetzigen Regelstrukturen eingesetzt werden können.''
An dem Modellvorhaben beteiligen sich insgesamt 15 Schulen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege aus acht Bundesländern, ca. 300 Auszubildende und eine Vielzahl von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Die Projekte werden umfassend wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Gesamtvorhaben mit 2,2 Mio EURO. Eine Kofinanzierung erfolgt über den Europäischen Sozialfonds und beteiligte Bundesländer.
Die Projektträger sind:
- Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V.
Beteiligte: Fachseminar für Altenpflege, Geseke; Krankenpflegeschule am Brüderkrankenhaus St. Josef, Paderborn; Kinderkrankenpflegeschule am St. Vincenz-Krankenhaus, Paderborn - Charité Berlin
Beteiligte: Kranken- und Kinderkrankenpflegeschule an der Charité; Lazarus-Berufsfachschule für Altenpflege, Evangelisches Geriatriezentrum - Diakoniewerk Martha-Maria, Nürnberg
Beteiligte: Berufsfachschule für Krankenpflege des Diakoniewerks Martha-Maria; Berufsfachschule für Altenpflege an der Pflegeakademie der Inneren Mission, München - DRK Landesverband Hessen e.V.
Beteiligte: Staatlich anerkannte Lehranstalt für Altenpflege des DRK, Kronberg; Staatlich anerkannte Krankenpflegeschule an den Hochtaunus-Kliniken, Bad Homburg - Evangelische Diakonissenanstalt, Speyer
- Fit Ausbildungsakademie gGmbH, Magdeburg
- Henriettenstiftung, Hannover
- SRH Learnlife AG, Heidelberg
Beteiligte: Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Klinikum Karlsbad-Langensteinbach; Berufsfachschule für Altenpflege am bfw des DGB in Karlsruhe
Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich begleitet vom Wissenschaftlichen Institut der Ärzte Deutschlands gem. e.V. und dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V..
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