Russisch-Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats erhält die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen

Die brandenburgische Landesregierung hat beschlossen, der Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu verleihen. Kulturministerin Johanna Wanka übergab heute die Verleihungsurkunde an Erzpriester Anatoli Koljada, den Bevollmächtigten der Kirche.

09.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts sind eine Reihe von Rechten und Vergünstigungen verbunden, beispielsweise der Erwerb der Rechtsfähigkeit, die Berechtigung zur Teilnahme am staatlichen Kirchensteuereinzugssystem, verschiedene Kosten- und Gebührenbefreiungen, das Recht zur Übernahme von Friedhofsträgerschaften und die Beteiligung an staatlichen Planungsentscheidungen. Er schafft Religionsgemeinschaften deshalb bessere Rahmenbedingungen für die Verwirklichung ihres kirchlichen Auftrages.

Verschiedene Religionsgemeinschaften in Brandenburg verfügen bereits über die Körperschaftsrechte. Neben den in Brandenburg belegenen evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern betrifft dies auch eine Reihe kleinerer Religionsgemeinschaften, wie z.B. den Bund evangelisch-freikirchlicher Gemeinden, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche und die Neuapostolische Kirche.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche war Jahrhunderte lang die Staatskirche Russlands. Nach Jahrzehnten unter kommunistischer Verfolgung hat sie in den Jahren seit dem Zerfall der Sowjetunion einen großen Aufschwung erlebt und ist heute wieder die mit Abstand größte Religionsgemeinschaft in Russland. Zur Betreuung der im Ausland lebenden Russen hat die Russisch-Orthodoxe Kirche mehrere Auslanddiözesen gegründet. Für Deutschland ist die Berliner Diözese zuständig, die derzeit von Bischof Feofan geleitet wird.

In Brandenburg leben seit dem 18. Jahrhundert ununterbrochen russisch-orthodoxe Christen. Heute sind es mehrere tausend, die sich vor allem in Brandenburg an der Havel, Potsdam und Frankfurt/Oder zu Gottesdiensten und Gemeindeaktivitäten versammeln.


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