Sechs weitere brandenburgische Schulen erproben Selbstständigkeit mit MoSeS

Zu Beginn dieses Schuljahres sind sechs weitere Schulen in das laufende MoSeS-Vorhaben eingestiegen. Neu hinzugekommen in diesem Schuljahr sind das Fläming-Gymnasium Belzig, die Erich-Käster-Grundschule Frankfurt (Oder), das Barnim OSZ in Eberswalde, das Goethe-Gymnasium Pritzwalk, das OPR-OSZ in Neuruppin und das Fontane-Gymnasium Rangsdorf.

22.09.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Im Modellvorhaben "Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen" - MoSeS - gestalten seit dem Schuljahr 2003/2004 bereits 12 Schulen aus dem Land Brandenburg ihre personal- und dienstrechtlichen, verwaltungstechnischen und betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten weitgehend selbstständig. Darin ist den Schulen beispielsweise die Befugnis gegeben, selbst Einstellungen geeigneter Lehrkräfte auf freie und besetzbare Stellen vorzunehmen. Die Kommunen haben diesen Schulen Freiräume bei der Budgetierung der Haushalte eingeräumt, so dass sich hier ein betriebswirtschaftliches Erprobungs- und Gestaltungsfeld für die Schulen eröffnet. Mit der Ausweitung auf 18 MoSeS-Schulen wird das weiterführende Ziel dieses Modellvorhabens vorbereitet: Übertragung der positiv auf die Schulqualität wirkenden Effekte aus dem Modellvorhaben MoSeS auf alle Schulen des Landes.

"Zwischen der Autonomie einer Schule und ihrer Qualität gibt es einen direkten Zusammenhang. Wir erwarten, dass mit Stärkung der Selbstständigkeit Innovationsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Identifikation mit der eigenen Schule einhergehen und dadurch die Qualität der Schule vorangetrieben wird", sagte Bildungsminister Holger Rupprecht. "Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Diese offenkundigen Wirkungen der Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen weisen auf einen Zusammenhang zwischen effizientem Schulmanagement und der Qualität einer Schule hin."

MoSeS wird durch das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) begleitet und mit dem Ziel evaluiert, Erkenntnisse des Verselbstständigungs-Prozesses zu verallgemeinern, um letztlich alle Schulen in diesen Selbstständigenstatus zu überführen.

Nach nunmehr zweijähriger Laufzeit hat MoSeS erste Einsichten in das Funktionieren von Schulen mit erweiterten Kompetenzen in den Bereichen des Personalmanagements, der Sachmittelverwaltung und des Ressourcenmanagements vermittelt.

Folgende wesentlichen Einsichten gibt es nach der zweijähriger Laufzeit von MoSeS:

  • Das Schulleitungsmanagement wird effizienter strukturiert.
  • Die Einstellung von Lehrkräften erfolgt unter Mitwirkung des schulischen Lehrerrates zum Schulprofil passend durch die Schulleiterin oder den Schulleiter.
  • Veränderungen des Rollenverständnisses des Lehrerrates der Schulen. Von einer Individualvertretung der Lehrkräfte zu einer auf die Schule als Ganzes bezogenen Sicht.
  • Kommunikation zwischen den schulischen Gremien ist sachbezogener, zielgenauer und damit effizienter geworden.
  • Die Kommunikation zwischen Schule und Schulträger hat sich intensi-viert. Das Verständnis füreinander und den gemeinsamen staatlichen Auftrag, die Voraussetzungen für Bildung zu optimieren, wird bewusster wahrgenommen.
  • Verbesserung der pädagogischen Professionalität des Kollegiums durch verstärkt bedarfsgerechter Fortbildung.
  • Intensivere Nutzung der Schulverfassung, dem Schulprofil und dem Schulprogramm als Instrumente zur Beeinflussung des Schulentwick-lungsprozesses.
  • Entwicklung und Professionalisierung einer schulischen Evaluationskultur. Die Schulen sind über MoSeS gebunden, den Verlauf des Projektes zu evaluieren und in regelmäßigen Abständen zu berichten. In diesem Zusammenhang sind Instrumente der Prozesssteuerung auszuwählen, zu erproben und zu werten.
  • Erhöhung des Identifikationsgrades der Lehrkräfte mit "ihrer" Schule.

Weitere Informationen zu MoSeS im Internet-Angebot des Bildungsministeriums: www.mbjs.brandenburg.de.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden