Soziale Bildungsarbeit: Bildungsminister Rupprecht besucht Bildungseinrichtung für Schulverweigerer

Am Montag, den 20. Juni 2005 besucht Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht die Jugendhilfeeinrichtung "OASE" der Hoffbauer-Stiftung in Potsdam Hermannswerder. Zusammen mit der Landtagsabgeordneten Clara Geywitz (SPD) wird sich Minister Rupprecht über die unterschiedlichen Bildungsangebote der OASE informieren.

17.06.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Im Mittelpunkt steht dabei die "Soziale Bildungsarbeit" der OASE. Die Pädagogen verfolgen dabei eine sinnvolle Verknüpfung von Erziehung, Bildung und Beziehung, als den drei notwendigen Säulen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen.

Beim geplanten Besuch der vier Bildungsbereiche, die sich an Kinder und Jugendliche mit Lern- und Schulproblemen richten, sind Begegnungen und Gespräche mit Jugendlichen und Mitarbeitenden der OASE vorgesehen.

Da wo die Grenzen und Möglichkeiten des Schulsystems ausgereizt sind, fängt die "Soziale Bildungsarbeit" der OASE an. Das bedeutet: Die Jugendlichen erleben Beziehung und sie erleben Erfolg. Sie lernen sich für und auch gegen etwas zu entscheiden und fangen an sich konkrete Ziele selbst zu stecken. Das Leben und Lernen in der OASE bietet ihnen Gelegenheit, die Konsequenzen aus ihrem Handeln selbst zu erleben.

Johannes Egger, Leiter der OASE: "Unsere Bildungs-, Erziehungs - und Hilfesysteme müssen voneinander wissen. Sie müssen vernetzt sein, um ursächlich arbeiten zu können."

Die Systeme Schule und Jugendhilfe sowie der Erziehungsauftrag der Eltern laufen in der Regel parallel nebeneinander oder nacheinander: Morgens die Schule, nachmittags Jugendhilfe, abends Eltern. Jeder schraubt, erzieht und bildet oder zieht, lenkt und beschwert sich, ohne vom Anderen, seinen Fähigkeiten und Problemen zu wissen. Lauter Einzelkämpfer, die alle für sich versuchen Kinder zu erziehen und zu bilden.

Das Jugendhaus OASE der Hoffbauer-Stiftung bietet Hilfe und Unterstützung für insgesamt 45 Kinder und Jugendliche an. In den vier Projekten unterschiedlicher Altersgruppen ist ein individueller Hilfeplan des Jugendamtes die Handlungsgrundlage. Parallel dazu sind alle Projekte eng mit Schule verknüpft. Schulisches Lernen und Sozialarbeit sind alltägliche Teamarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen. Daraus entstehen immer wieder neue Sichtweisen und Arbeitsansätze, die das Arbeiten im Jugendhaus OASE auszeichnen.

Die Brücke - Wohn, Lern- und Lebensraum für Kinder im Grundschulalter

Der Dienst setzt sich mit Verhaltensauffälligkeiten und Lernproblemen der Kinder auseinander und sucht konstruktive Lösungswege, die eine Integration in die Regelschule und in das Elternhaus wieder ermöglichen.

LEO - Schule für die, die nicht mehr kommen

Dieses Projekt ist eine Kooperation der Rosa-Luxemburg-Schule mit der Hoffbauer-Stiftung, mit dem Ziel, jugendliche Schulverweigerer im 9. und 10. Schulbesuchsjahr wieder an Schulbildung und Schulabschluss heranzuführen.

Phantasia - Jugendwerkstatt

Das Projekt richtet sich vor Allem an Schulverweigerer und Jugendliche, die in anderen Berufshilfemaßnahmen nicht unterkommen oder kaum Chancen haben. Mit Phantasie und Kreativität sollen Jugendliche motiviert und ihr Durchhaltewille gestärkt werden.

Lernprojekt 7./8. Klasse

Das Projekt fängt Kinder auf, die im sensiblen Bereich des Übergangs aus der Grundschule in die Sekundarstufe sonst einer "Schulschwänzerkarriere" entgegengingen. Sie werden in ihrer individuellen Situation und an ihrem schulischen Leistungsstand abgeholt, mit dem Ziel, sie nach max. 2 Jahren in eine "normale" Regelschule zu integrieren.


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